JU-ON: The Grudge

Heute nehmen wir uns mal ein (auf einer Horrorfilm-Vorlage basierendes) Game vor, das eigentlich noch gar nicht wirklich als Retro bezeichnet werden kann, da es erst knapp drei Jährchen auf dem Buckel hat.
Bei JU-ON: Der Fluch handelt es sich schlicht und einfach um den spielgewordenen Japano-Gruselwusel gleichen Namens, beziehungsweise sein US-Remake The Grudge mit Buffy-Star Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle. Um möglichst viele Fans der Filme zu erreichen, entschied man sich klugerweise dazu, das Teil, Ende 2009, ausgerechnet und exklusiv für Nintendos Wii zu publishen – schlau! *Ironie-Alarm*

Ich weigere mich echt mit Händen und Füßen, euch an dieser Stelle das Cover der deutschen Version zu präsentieren, denn ansonsten würde wohl niemand mehr auch nur ansatzweise den Bericht hier für voll nehmen und mit tränenden Augen in die Tastatur beißen. UNGLAUBLICH! Da steht „die Furchtsimulation“ unter dem Titel und der Cover-Artist hat wohl seiner Kleinen gesagt, sie solle doch grad mal schnell neben die Couch
springen. Wie kann man denn sowas raushauen?! Ein Verbrechen. In dem Fall kann das „USK 16“-Logo gar nicht groß genug sein, ohne Quatsch.


Story / Gameplay

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Story? Was ist das?? Es gibt keine Story. Das Spiel setzt voraus, dass man die Filme kennt und somit weiß, worum’s geht. Schwach. Lediglich einzelne Episoden, die nichts miteinander zu tun haben und zudem noch relativ kurz ausfallen, können absolviert werden. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe gilt es jeweils immer, den Ausgang zu erreichen, dabei den ein oder anderen Schlüssel finden, und mehr oder weniger
haarigen Geistern zu entkommen. Ihr bewegt euch quasi auf einer unsichtbaren Schiene, ähnlich einer Geisterbahn, auf Knopfdruck vor oder zurück. Per Wiimote kann man sich so gut wie immer in jede Richtung umschauen und alles ausleuchten. Als Kulissen dienen unter anderem eine leerstehende Fabrik oder ein Krankenhaus – natürlich ausschließlich nachts, damit auch die Funzel nicht ganz umsonst ist. Im Gegenteil: Eure Lampe ist bitter nötig, denn wenn erstmal ihre Batterien alle sind (und das geht ratzfatz, denn in den Spukhäusern von JU-ON finden sich allen Anschein nach nur welche vom Discounter um die Ecke) heißt’s  Game Over . Während eurem „Schienentrip“ schaut immermal urplötzlich Geisterbraut „Kayako“ vorbei (bzw. Babyface „Toshio“ und wie sie alle hießen) und versucht euch zu erschrecken (die Betonung liegt hier eindeutlig auf VERSUCHT) oder schlimmer: Sie zerrt an eurem Arm. Falls dies geschieht startet ein lustiges Minispielchen, bei welchem Pfeile auf dem Bildschirm angezeigt werden, in deren Richtung der Spieler nun mit der Wiimote zeigen muss. Innovation pur. Begeisterung macht sich breit, har-har. Bestenfalls gelingt es euch, einfach wegzulaufen. Doch wie nur? Euer Spielcharakter kann ja gar nicht laufen und „schneckt“ sich regelrecht durch die Locations.

Ein Multiplayermodus ist ebenfalls mit von der Partie. Hierbei kann ein zweiter Spieler samt zweiter Remote alle paar Sekunden nach Wunsch beispielsweise spontan „Toshio“-Gesichter erscheinen lassen, damit Spieler 1 zu Tode geschockfrostet wird, muhahahaaa.

Fazit

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Vielleicht bin ich auch mittlerweile einfach nur zu hart für diese Welt.  Und jetzt fragt ihr euch sicher: Der Bekker da? Wieso führt der hier so ein Spiel auf, wenn er’s doch eh … HASST!?  Na, ganz einfach: „JU-ON“ ist so dermaßen schlecht, dass es fast schon wieder gut ist. Und zwar für die nächste Game-Session mit Kumpels, bestenfalls nach 24 Uhr und einem Kasten Bier. Dankeschön!

 

von 'min Bekker

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