Alien Trilogy

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copyright 20th Century Fox

Alien TrilogyDas steht für oldschoolige First-Person-Shooterei, basierend auf der Handlung der drei, ersten ALIEN-Filme … oder zumindest in etwa.

Die Story: Lieutenant Ellen Ripley, kahl geschoren wie im dritten Teil, wird mit einer Hand voll Marines auf den Planeten LV 426 geschickt. Warum? Na, damit sie alleine vorweg läuft (!) und den Weg für die Marines von herum stehenden Kisten und explosiven Fässern frei macht (Stage 1). Kein Scherz. Weil sie eh schon ne kleine Handfeuerwaffe mit unbegrenzter Munition im Gepäck hat und in den kommenden Minuten bereits eine coole Shotgun findet, kann sie sich auch gleich selbst um die außerirdische Brut kümmern (die Soldaten spielen derweil Karten .

Als seien die Aliens allein nicht schon schlimm genug, muss sich unsere Heldin auch mit infizierten Androiden und der fiesen Weyland-Yutani-Gang rumschlagen. Außerdem laden noch 3 Alien-Königinnen zum fröhlichen Eierkochen via Flammenwerfer ein – und das nicht nur in der herunter gekommenen Koloniestation aus „Aliens – die Rückkehr“, sondern auch im gleich benachbarten(!) Gefängnis um die Ecke (Alien 3), sowie zuguterletzt im „Boneship“ der Aliens selbst,
das noch immer auf einem kleinen Berg in der Nähe trohnt, wie halt im Originalfilm aus den 70ern.

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Facehugger – Alarm

Fast wie auf einer „Super Mario Brothers“-Karte geht’s von nun an von einer Alien-Szenerie in die nächste … schon ein wenig trashig, aber so kommt der Spieler immerhin ein wenig rum.

Die Technik: Der Egoshooter „Alien Trilogy“ erschien für Sony Playstation, Sega Saturn und den PC im Frühjahr 1996 – über zwei Jahre später als das genregleiche Original-DOOM und sogar noch ein paar Monate nach „Duke Nukem 3D“. Auch wenn sich die Alienhatz bewusst von diesen beiden „Run & Gun“ Titeln distanzieren möchte und mehr Wert auf einen langsameren Spielablauf mit dem Fokus auf Spannung legt, so muss es sich trotzdem mit deren Technik messen lassen.
Optisch stimmt da auch soweit alles, obwohl es verzerrte Texturen mangels fehlender Perspektivenkorrektur wie in vielen, vor allem älteren Playstationspielen gibt (ironischerweise übrigens auch auf dem PC, sprich: schlecht portiert!), und gerade manche Gegnersprites bei näherer Betrachtung schon zu arg fiesen Pixelhaufen mutieren.
Aber durch die atmosphärische, teils sogar farbige Ausleuchtung, die vielen verschiedenen, detailierten bzw. (in Relation zur Filmvorlage) detailgetreuen Texturen, sowie die Tatsache, dass außer den Gegnern alle Items und Kulissenobjekte aus echten Polygonen entworfen wurden, schaut Trilogy insgesamt am besten aus.
Akustisch gibt’s sogar nen CD-Audio-Soundtrack auf die Ohren, der das komplette Spiel stets gekonnt zu untermalen vermag und schon alleine den Spielkauf rechtfertigt – letzteres war jedenfalls bei mir seinerzeit so!

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….booooom

Das Gameplay: Der Shooter bietet rund 30 Levels! Zwar inklusive einiger Bonuslevels, für die man nur 60 Sekunden Zeit hat, aber doch schon eine recht ordentliche Anzahl. Wo es bei anderen Spielen gleichen Alters ausreicht, nur den Ausgang aus dem dreidimensionalen Irrgarten zu erreichen, überrascht Alien Trilogy mit einigen abwechslungsreichen Nebenaufgaben. So sollen beispielsweise die Identitätskarten aller toten Koloniebewohner gefunden oder versteckte Durchgänge frei gemacht werden, bevor es in die nächste Stage weitergeht bzw. man sogar mit einem Bonuslevel belohnt wird.

Helfen tun hierbei das aus den Filmen bekannte Waffenarsenal in Form von Impulsgewehr (inklusive Granaten-Sekundärfeuer), Smartgun und natürlich dem Flammenwerfer, sowie auch meist gut versteckte Items wie Nachtsichtbrillen oder Schulterlampen, die wenigstens ein kleinwenig Licht in’s fast durchgehend finster gehaltene Spiel bringen. Außerdem findet man häufig auch Sprengladungen, die man entweder auf Gegner schmeißen kann (haben danach garantiert nix mehr zu quietschen), oder durch die sich ganze Wände einreißen lassen, um Verstecke frei zu legen.

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Das Boneship

Als Gegner lauern natürlich Aliens in all ihren verschiedenen Entwicklungsstufen und -Formen (Chestburster / Facehugger / schwarze, ausgewachsene Alienkrieger / unglaublich träge Alienwelpen / lustig aussehende, ausgewachsene Hundewelpen / Alienköniginnen). Bei der deutschen Version war’s das bereits, die US-Fassung ist uncut und bietet darüber hinaus noch humanoide Gegenspieler (wie infizierte, amok laufende Alienopfer / Androiden mit heftigen Schaltkreisproblemen / feindlich gesinnte Marines inklusive Smartgun (warum auch immer) / und die fiesen Weyland-Yutani-Soldaten bzw. deren Wissenschaftler in weißen Schutzanzügen).

Die Kritik: Ja, ich hab’s mir damals im März 1996 gleich gekauft! Und das, obwohl ich noch net mal die Altersvoraussetzung von 16 erfüllte (Danke übrigens noch an die nette Tante von der Kasse). Trotzdem ist die deutsche Version geschnitten, was damals jedoch so ziemlich niemand von uns SciFi-Freaks bemerkt hat. Heute, viele Jahre später, komm ich nun endlich in den Genuss der vollen Uncut-Packung! Vorbei die Zeiten, als ich mich noch fragte, warum manche Aliens nach ihrem Ableben Schrotflintenmunition verlieren! Diesmal sind auch Menschen der Feind und werden nicht bloß durch Alien-Gegnersprites ersetzt.

Ich habe mich drauf gefreut … bis ich ihnen begegnete.

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Aliens sind nicht alles

Warum geht Lt. Ripley, also der Spieler, allen humanoiden Gegnern nur bis zum Bauchnabel? Vielleicht täusch ich mich ja, aber mir persönlich kam Hauptdarstellerin Sigourney Weaver in den Filmen eigentlich nicht wirklich SO winzig vor. Und à propos Größe: warum sind selbst alle ausgewachsenen Alientypen (bis auf die Königinnen) deutlich kleiner als die Menschen? Lustig, irgendwie … aber naja. Ist ja nur ein „kosmetischer Fauxpas“. Doch auch die künstliche Intelligenz lässt krass zu wünschen übrig, alle menschlich erscheinenden Gegner (also alle Gegner, die in der deutschen Version fehlen) fallen stark ab im Vergleich zu ihren schleimigen Pixelgenossen, und sind eher nervig, gar störend für den gesamten Spielfluss! Bewegen sich lahm oder reagieren erst viel zu spät, wenn überhaupt. Aber dann gibt’s ununterbrochenes Dauerfeuer nonstop … was den Spieler allerdings selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad kaum zu kümmern braucht: denn alle Schussprojektile, auch die von Ripley’s Waffen, scheinen in Zeitlupe zu fliegen.

So treffen eure abgefeuerten Schüsse den Gegner erst nach einer kurzen Verzögerung von einer gefühlten Sekunde. Das ist auch bei der deutschen Version so, und damit lässt sich in der Praxis sogar noch gut umgehen. Leider führt das wohl zu folgendem „Problem“ in der ungeschnittenen US-Fassung: denn dadurch, dass alle humanoiden Gegner über Handfeuerwaffen verfügen, fliegen auch deren Schussprojektile so unglaublich lahm durch die Korridore, dass ihr ihnen noch ausweichen könnt, wenn sie gefühlte 3 Meter vor euch stehen. Das sieht urkomisch aus und versaut die komplette Atmosphäre der ansonsten guten Versoftung!

Weil mich auch ansonsten immer mal wieder das Gefühl erschlich, die Entwickler hätten bei der deutschen Version nicht nur all die hohlen Gegner entfernt (bzw. halt nur Aliens ersetzt), sondern auch gleich einige andere Bugs beseitigt, rate ich hiermit klar – so blöd es auch klingen mag – zur geschnittene Version, die zudem auch komplett eingedeutscht wurde. Ripley’s coole Kommentare beim Alien-Rösten (Burn, Baby, buuurn!!) gibt’s übrigens nur im PC-Ableger.

geschrieben von min'Bekker

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