Zombies Ate My Neighbors

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Schande über mein Haupt! Wie konnte ich bisher bloß diese grandiose Spielspaß-Perle aus den frühen 90ern vergessen? Und dann auch noch gerade hier, in der „ganzen Welt des Horrors“!  Naja, meine Schuld sei mit diesem Bericht getilgt! Nach langer Schreibpause meldet sich der Retro-Bekker jetzt zurück.

„Zombies ate my Neighbors“, was hier in Europa ganz schlicht unter dem Titel „Zombies“ und einem lustigen Cartoon-Cover erschien, ist nicht weniger als ein absolut unterschätzter Meilenstein der ehemaligen Edelschmiede „Lucas Arts“ (den Machern von Monkey Island, X-Wing, Day of the Tentacle, etc.). Das Spiel erschien im September 1993 in Amerika und knapp ein Quartal später dann auch hier bei uns. Weil ich schon als Grundschulabsolvent mit einer stolzen Sammlung an „Monster in my Pocket“-Figuren zu protzen wusste, mich die fiesen Fratzen auf den Kinoplakaten gerne auch zu eigenen Phantasiekreationen inspirierten, und mir das ein oder andere Schauergefühl beim Lesen manch King’scher Werke schon immer mehr als nur gut abging, BRAUCHTE ICH DIESES GAME – und zwar unbedingt! Mein großer Bruder war so lieb und brachte es dann eines Tages mit heim. Es war kaputt. Ich war am Boden zerstört … einen Tag war mein großer Bruder wieder so lieb und brachte ein anderes Modul von „Zombies“ mit heim. Und genau dieses Spielmodul war dann gute 2 Jahre lang wöchentlich in meinem heiß geliebten Super Nintendo vertreten.

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Worum geht’s?
Überall auf der ganzen Welt erscheinen plötzlich Armeen von Horrorfilm-Monstern, die unter unseren Mitmenschen was zum Beißen bzw. zum Abschlachten suchen. Der coole Zeke (stets schön trashig unterwegs mit 3D-Brille) und seine Freundin Julie haben was dagegen und rüsten sich zur Wehr. Anfangs mit Wasserpistolen voller Weihwasser, später via Heckenschneider oder selbstgebauten Molotowcocktails aus Coladosen geht’s von nun an durch 55(!!!) abwechslungsreiche Levels gegen die namensgebenden Zombies, kleine Chucky-Puppen mit Hackebeilchen, Fischmänner, Vampire, Mumien, Marsianer samt Ufos, riesige Raketenwürmer, noch riesigere Riesenbabies, und … der „Lumberjack“, eine Art Jason Voorhees (…der in der europäischen Version lustigerweise mit einer Axt, statt einer Kettensäge, um sich haut^^)!

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Ziel des Spiels ist es, in jedem Level mindestens einen der meist zahlreichen Menschen zu retten (sprich „einzusammeln“), bevor ihn eines der Monster kassiert.

Zu Beginn könnt ihr euch entscheiden, ob ihr mit Zeke oder lieber Julie zocken wollt. Oder ihr holt euch nen Kumpel vor die Glotze und übernehmt jeweils einen der beiden. Das macht wirklich unglaublich viel Spaß, da sich das gesamte Spiel im Koop komplett durchspielen lässt. Neben den vielfältigen „Waffen“ gibt’s auch versteckte Items wie Healthpacks, die euch z. B. eure Gesundheit wieder auffrischen, oder aufblasbare Gummie-Clowns, welche durch ihre crazy Lache die Gegner ablenken können. Außerdem gibt’s spezielle Trinkfläschchen, mit denen ihr euch u. a. für kurze Zeit in einen Wehrwolf verwandeln könnt (quasi der Hardcore-Godmode^^). Damit ihr euch in den später doch ziemlich weitläufigen Stages orientieren könnt, wo genau sich die überlebenden Menschen befinden, gibt’s sogar einen zuschaltbaren Radar.

Versionsunterschiede gibt es kaum. Bei der Sega-Fassung fehlt so mancher Transparenzeffekt, und auch die Hintergrundmusik zieht hier hardwarebedingt klar den Kürzeren. Das ist etwas schade, da der Soundtrack richtig klasse ist, mit vielen Ohrwurm-Melodien aufzufahren weiß und auf dem SNES noch obendrein sehr atmosphärisch wirkt.

Summa summarum ist „Zombies“ technisch ganz okay, hat jedoch schon damals keine Bäume ausgerissen. Allerdings wollte der Titel das wohl auch nie. Das gelungene Gameplay überragt so dermaßen, dass es selbst heute 20 Jahre später noch genauso viel Fun wie damals macht – vor allem, wenn man sich für Horrorfilme interessiert und die zig genialen Anspielungen im Spiel entdeckt!

Noch ne persönliche Note zum Schluss: zu dem Spiel sind mittlerweile dutzende cooler Fanart-Grafiken oder der ein oder andere grandiose Song-Remix im Netz zu finden. Einfach mal googeln, es lohnt sich!

von 'min Bekker

 

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