Slasherfilm

Der Horrorfilm unterteilt sich in unzählige Sub-Genres. Eines davon ist der Slasherfilm, der heute meist klar definierten Regeln folgt. Doch diese Regeln mussten erst einmal erschaffen werden und dies war ein langjähriger Prozess, der seinen Anfang in den 1960er-Jahren machte.

psycho

Alfred Hitchcock ließ in Psycho mit Norman Bates erstmalig einen geisteskranken Mörder als Hauptfigur in einem Horrorfilm auftreten. Somit gilt Psycho heute als der erste Grundstein des Slasherfilms.

Das Genre, wie wir es heute kennen, nahm allerdings erst in den 1970er-Jahren gestalt an. 1978 erschuf John Carpenter, mit einem Budget von 325.000 US-Dollar den Begründer des heutigen Slasherfilms: Halloween – Die Nacht des Grauens. Dabei spielte der Film allein in den USA fast 50 Millionen US-Dollar in die Kinokassen. Ein enormer Erfolg.

In Halloween bricht Michael Myers aus der Anstalt aus und macht als maskierter Killer die Kleinstadt Haddonfield unsicher. Hier werden zum ersten Mal hauptsächlich junge Leute die Zielobjekte eines maskierten Mörders. Bis heute gibt es, die beiden Neuverfilmungen eingeschlossen, zehn Halloween-Filme.

halloween6

Der kommerzielle Erfolg von Halloween rief natürlich die großen Filmstudios auf den Plan, wo man 1980 bei Paramount mit Freitag der 13te um die Ecke kam. Hier wurde zum ersten Mal das klassische Camp-Motiv eingeführt. Vergnügte Teenies werden im Sommercamp von einem wahnsinnigen Killer attackiert. In den acht Filmen der Reihe, die alleine in den 1980er Jahren erschienen sind, liegt der Fokus sehr stark auf möglichst blutigen Morden und Killer Jason Voorhees wird, wie kaum eine Horrorfigur zuvor zum Antiheld der Popkultur. Erst im Zuge der großen Popularität von Jason wird auch Halloween mit Michael Myers in den späten 1980ern merklich blutrünstiger.

Parallel zum Erfolg der beiden Maskenkiller, tritt im Jahr 1984 mit Freddy Krueger eine weitere Slasher-Ikone auf den Plan. Während Myers und Voorhees stumme Killermaschinen darstellten, kam Krueger in Nightmare on Elm Street deutlich sarkastischer und cleverer um die Ecke, in dem er die Teenies seiner Wahl in ihren Träumen ermordete. Dabei bediente sich die Reihe zahlreicher SpecialEffects um die Traum-Sequenzen möglichst effektvoll darzustellen.

friday

Zwischen diesen drei großen Horrorfranchises des 80er-Slashers gab es unzählige weitere Slasher-Produktionen, die ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollten. Titel, wie Camp des Grauens und Prom Night machten mit geringen Budgets auf dem aufstrebenden Heimvideo-Markt gutes Geld.

Die schnellen Fortsetzungen, zahlreichen C-Movies und die sich ständig wiederholenden Motive, führten aber auch Ende der 1980er-Jahre zur Ermüdung des Publikums. Einzig Chucky – Die Mörderpuppe konnte 1988 nochmal für einen Erfolg im Genre sorgen, bevor es endgültig für tot erklärt wurde.

Insgesamt lag der Horrorfilm im Mainstream in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre am Boden. Auf dem Videomarkt gab es zwar weiterhin neue Horrorproduktionen, im Kino spielte das Genre unterdessen keine Rolle mehr. Dieser Zustand sollte sich 1996 schlagartig ändern. Wie aus dem Nichts trat Scream seinen Siegeszug in den Lichtspielhäusern der Welt an. Regie führte Wes Craven, der damals schon Freddy Krueger erfunden hatte. Auch Scream verwendete wieder die klassischen Regeln des Slasherfilms, nutzte diese aber clever für die Story, um so eine satirische Hommage an die 1980er-Jahre abzuliefern. Ganz nebenher kreierte er mit Ghostface aber auch eine weitere Horror-Ikone, die durch ihre Menschlichkeit jedoch nie den selben Bedrohungsgrad der großen Vorbilder Myers und Voorhees erreichte.

ghostface

Dennoch löste Scream eine wahre Welle an Teenie-Slashern aus, die sowohl die Kinos als auch die Videotheken flutete, darunter erfolgreiche Filme, wie Düstere Legenden oder Ich weiss was du letzten Sommer getan hast.

In den 2000ern wurde das Genre von Foltersteifen, wie Hostel und Saw abgelöst. Dennoch erscheinen von Zeit zu Zeit noch Slasherfilme. Neben den Reboots der klassischen Reihen Halloween, Freitag der 13te und Nightmare on Elm Street, sind da vor allem Laid to Rest, das Remake Bloody Valentine und das Cross-Over Freddy VS Jason zu nennen. Sehr erfolgreich ist auch das Final Destination-Franchise, welches erstmals mit dem Tod persönlich einen unsichtbaren Killer zur Hauptfigur macht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.