Videodrome

videodrome

copyright Koch Media

Videodrome (Kanada 1983)

Originaltitel: Videodrome

Regie: David Cronenberg

Mit: James Woods, Deborah Harry

Freigabe: ab 18 / ungekürzt

Release: 30. November 2012

Story: Max Renn (James Woods) ist Miteigentümer eines privaten Tv-Kabelsenders. Das ausgestrahlte Programm deckt ausschließlich das Horror & Sex Genre ab. Eines Tages stößt er auf eine Produktion namens Videodrome. Fasziniert vom Gesehenen beschließt er den Produzenten ausfindig zu machen um Videodrome für seinen Sender zu gewinnen. Je tiefer er in die Produktion Videodrome vordringt, desto mehr vermischen sich Fiktion und Realität.

Kritik: David Cronenberg’s Filme sind weiß Gott nichts für Jedermann. Der „normale“ Zuschauer kann oftmals der Handlung nicht mehr folgen und versteht nicht was das ganze dargebotene soll. Schon in seinen Frühwerken Parasiten-Mörder und Scanners verstand der kanadische Regisseur den Zuschauer nicht nur zu schocken, sondern auch zu verwirren. Auch nach Videodrome drehte Cronenberg Filme wie Naked Lunch und eXistenZ, die mehr an einen LSD Trip erinnerten.

Für mich ist Cronenberg ein großartiger Regisseur, dem es gelingt mit seiner Art Geschichten so zu erzählen wie es sonst kaum ein Anderer vermag.
Auch Videodrome gehört zu diesen Filmen und war seiner Zeit weit voraus. Der 1983 produzierte Film befasste sich schon damals intensiv mit dem privaten Kabel-TV (welches in den USA wesentlich früher gab, als hier in Deutschland) und der Frage: Wie und mit welcher Programmstruktur kann ich meinen TV-Sender auf dem Markt optimal positionieren? Welche Sehgewohnheiten haben meine Zuschauer und mit welchen Möglichkeiten kann ich sie dauerhaft an meinen Sender binden?

Cronenberg macht aber nicht den Fehler sich zu sehr mit diesen Fragen zu beschäftigen, sondern schockt seinen Zuschauer schon frühzeitig mit einer Mischung aus Sex & Crime und führt, wie an einem roten Faden gezogen, den Betrachter durch die Geschichte um die mysteriöse und geheime Videodrome Produktion.
Für die grandiosen Hand-Made Effekte sorgte kein geringer als Special-MakeUp-Effects Guru Rick Baker, der für seinen American Werewolf bereits mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde.
James Woods, als ein wenig schleimiger Porno-TV-Macher und Debbie „Blondie“ Harry spielten ihre Rollen gut.

Nachdem es jahrelang keine adäquate Blu-Ray Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum gab, nahm sich Koch Media diesem Film an und zauberte eine grandiose Veröffentlichung aus dem Ärmel.
Das Mediabook verfügt über ein 20seitiges Booklet mit vielen interessanten Informationen (unter anderem das ursprünglich angedachte XXX-Rating). Neben der Blu-Ray, welche ein sehr ordentliches Bild aufweist, liegt der Film als DVD bei und eine weitere DVD mit zahlreichen Extras wie Interviews, verschiedene Videodrome Trailer und ein Making of.
Als besonderes Highlight liegt der Film hier in seiner ursprünglichen R-Rated und erstmals als Director’s Cut Fassung vor.
Alles in allem eine sehr gute Veröffentlichung eines guten Cronenberg-Films.

Fazit: Ein typischer Cronenberg Film. Verwirrend, verstörend und in seiner Darstellung Grotesk. Endlich in einer würdigen Veröffentlichung auf dem Markt erhältlich.

von Bernd Lebe

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