The Visit

The Visit

The Visit
9

Wertung

9/10

    Pro

    • sehr spannend
    • tolle Atmosphäre
    • ungewöhnliche Story

    Contra

    • unspektakuläres Finale
    Plakat von "The Visit"

    © Universal Pictures

    Story: Als eine junge Mutter von ihren Eltern gefragt wird, ob ihre Enkel eine Woche bei ihnen verbringen können, treten Rebecca und Tyler freudig die Zugfahrt zur abgelegenen Farm ihrer Großeltern an. Dort angekommen, verbringen die Vier zunächst einen harmonischen und spaßigen Tag miteinander. Lediglich die strenge Vorgabe des Großvaters, das Zimmer nach 21.30 Uhr nicht mehr zu verlassen, lässt die beiden Kinder etwas stutzig werden. Doch schon wenig später müssen sie feststellen, dass die Regel nicht ohne Grund existiert.

    Kritik: Ich muss gestehen, ich bin kein allzu großer Fan vom Schaffen des Filmemachers M. Night Shyamalan. War The Sixth Sense noch irgendwie originell, wurde ich mit Filmen, wie Signs – Zeichen oder The Village nie wirklich warm. So ging ich an The Visit mit recht geringen Erwartungen heran. Dazu die Freigabe ab 12 Jahren und die Zugehörigkeit zum Die-Kamera-wackelt-bis-ich-kotze-Found-Footage-Genre machten mir ebenso wenig Hoffnung auf einen vergnüglichen Film. Was soll ich sagen? Heraus kam der beste Found Footage-Streifen überhaupt, wenn wir den Begründer des Genres The Blair Witch Project mal außen vor lassen.

    Alles beginnt mit zwei jüngeren Teens, die ihre Großeltern besuchen. Aufgrund verschiedener, familiärer Gründe haben sie ihre Großeltern noch nie zuvor gesehen und die Tochter will für ein Schulprojekt eine Dokumentation über ihren ersten Besuch filmen. Klingt im ersten Moment seltsam, wird aber glaubhaft inszeniert. Auch die Kids liefern eine saubere Vorstellung ab und spielen überzeugend. Schnell merken die beiden, dass Oma und Opa irgendwie ein wenig seltsam drauf sind.

    Dabei gelingt es M. Night Shyamalan sehr gut eine unglaublich steile Spannungskurve zu kreieren. Lange hat mich ein Horrorfilm nicht mehr derart gefesselt. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte ungewöhnlich und unvorhersehbar ist. Dadurch erzeugt der Film eine wunderbar gruselige Grundstimmung. Hier lauern nicht nur die üblichen JumpScares. Nein, The Visit erschreckt mit Skurrilität und spielt mit der Ahnungslosigkeit der Zuschauer. Ständig hat man ein großes Fragezeichen im Kopf und versucht zu durchblicken, was hier eigentlich los ist.

    Klar, grobe Gewalttaten gibt es in The Visit nicht zu sehen. Das ist hier aber auch gar nicht notwendig. Lasst euch nicht täuschen. Freigabe ab 12 Jahren hin oder her…ein Kinderfilm ist The Visit sicherlich nicht, wenngleich Shyamalan gekonnt mit verschiedenen Märchen-Motiven, wie Hänsel und Gretel spielt. Auf emotionaler Ebene könnte The Visit einen 12jährigen Zuschauer durchaus ziemlich verstören. Erwachsenes Publikum wird aber auf jeden Fall wunderbar unterhalten.

    Selbst das Finale, was ja bei M. Night Shyamalan gerne mal in die Hose geht, kann ich bei The Visit als absolut gelungen bezeichnen. Zwar hätte man hier vielleicht noch ein wenig mehr „Thrill“ einbauen können, aber das geht durchaus in Ordnung.

    Fazit: Wem gute Geschichten und dichte Atmosphäre im Horrorgenre mehr bedeuten als ein blutiges Schlachtfest, der wird in The Visit hervorragend bedient. Auch Found Footage-Hasser können hier getrost zuschlagen, denn die Kamera verhält sich hier angenehm ruhig. The Visit bietet stimmungsvollen Grusel, jede Menge Spannung und skurrile Szenen. Tugenden, die im Horrorgenre nicht an der Tagesordnung sind. Somit ist The Visit einer der besten Found Footage-Filme, der beste Film von M. Night Shyamalan seit The Sixth Sense und damit Pflichtprogramm für Gruselfans.