The Conjuring 2

Metadaten
Titel The Conjuring 2
Original Titel The Conjuring 2
Regisseur James Wan
Laufzeit 2 h 13 min
Zertifikation FSK ab 16
Starttermin 16 Juni 2016

The Conjuring 2

9

Wertung

9/10

    Pro

    • Tolle Jump Cares
    • Gute Darsteller und FX
    • Top Soundtrack

    Contra

    • etwas lang
    Plakat von "Conjuring 2"

    © 2016 New Line Cinema

    Story: Nachdem die Warrens mit einem spektakulären Spukhausfall in Amityville für ein großes Medienecho sorgten, werden sie nach England in die kleine Stadt Enfield gerufen. Dort scheinen sie es mit einem besonders aggressiven Poltergeist zu tun zu haben. Oder täuscht die Tochter der Familie das alles doch nur vor? Ed und Lorraine Warren gehen der Sache auf den Grund und sehen ihrem eigenen Tod ins Auge.

    Kritik: Mit The Conjuring sorgte Gruselmeister James Wan 2013 für einen echten Horrorhit. Schon jetzt ist der Film ein Klassiker des modernen Spukhaushorrors. Keine leichte Bürde für eine Fortsetzung. Da aber neben der Besetzung aus Teil 1, Vera Farmiga und Patrick Wilson, auch James Wan wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, stehen die Chancen für ein Gelingen ganz gut.

    Das erste was mir auffiel war die, für einen Horrorfilm, reichtlich ungewöhnliche Lauflänge von mehr als 130 Minuten. Eine stolze Länge für einen Gruselstreifen, der einen dichten Spannungsbogen erzeugen will. Nun gut, wenn das derzeit jemand kann dann ist das wohl James Wan.

    Alles beginnt mit den Warrens, die in diversen Talkshows von ihren Erlebnissen im Amityville-Fall berichten. Dabei handelt es sich aber nicht um den Fall aus dem ersten Film, sondern um einen anderen Fall, der ebenfalls bereits mehrfach verfilmt wurde und u.a. auch die Vorlage für Tobe Hooper’s Poltergeist lieferte. Nur logisch, dass man sich nicht erneut an diese Vorlage wagte, sondern sich den unbekannteren Fall in Enfield, London vornahm.

    So gibt es zunächst zwei Handlungsstränge. Zum einen die Familie Hodgson in Enfield, die mit den ersten Vorkommnissen beschäftigt ist und zum anderen die Warrens, die selbst dämonischen Besuch bekommen und bereits daran denken ihre paranormale Tätigkeit für immer sein zu lassen. Im weiteren Verlauf wird die Handlung rund um die zweifelnden Warrens leider fast vollständig aufgegeben zugunsten der Vorfälle in Enfield. Etwas mehr Hintergründe wer oder was da hinter den beiden Geisterjägern her ist, wäre schon gewesen, soll aber angeblich auch Thema in einem weiteren Spin Off werden.

    So lässt sich das Ganze, der gedehnten Laufzeit sei dank, auch relativ viel Zeit bis The Conjuring 2 Fahrt aufnimmt. Langeweile kommt zwar nie auf, ein wenig straffer hätte die Erzählweise allerdings durchaus sein können. So dauert es rund eine halbe Stunde bis James Wan die Kinozuschauer zu ersten Mal ernsthaft auf die Lehnen der Kinosessel springen lässt. Ich bin ja wirklich ein geübter Horror- und Gruselzuschauer und muss ehrlich sagen, dass es wirklich faszinierend ist, wie gut James Wan seine Jump Scares platziert. Ich kann behaupten, dass ich in der gesamten Laufzeit, neben ein paar „normalen“ erschreckern, drei mal so richtig hochgefahren bin. Ein echter Spaß für Fans solcher Schockmomente.

    Im weiteren Verlauf steigern sich die Vorkommnisse immer weiter und die Ausmaße werden extremer. Hier donnern auch die Spezialeffekte dann so richtig los und es wird auch ordentlich was für’s Auge geboten. Subtil im Kopf ist da nicht drin…hier wird das Böse gezeigt. Das ist eventuell nicht nach dem Geschmack von allen Gruselfans, aber so ist The Conjuring 2 natürlich auch klar auf ein modernes, junges Zielpublikum zugeschnitten. Gruselkino im Jahr 2016 ist so und muss auch genauso sein. Wer den langsam kriechenden Suspense aus Klassiern, wie Ein Toter spielt Klavier oder House on Haunted Hill sucht, der sollte eher zu Die Frau in Schwarz und ähnlichen Vertretern ausweichen. James Wan-Fans bekommen genau das, was sie aus Insidious, Annabelle und Co gewohnt sind und erwarten.

    Richtig gut geworden ist der Soundtrack, der neben einem wirklich unheimlichen Score tolle Songs der 1970er mit sich bring. Von „London Calling“ über „I started a joke“ bis hin zu Elvis Presley’s „Cant help falling in love“ ist alles vertreten. Nicht zuletzt daran merkt man das, für dieses Genre, stolze Budget von 40 Millionen US-Dollar. Seitens der Darsteller sind Vera Farmiga und Patrick Wilson über jeden Zweifel erhaben, aber auch Franka Potente liefert eine gute Performance ab. Frances O’Connor, die Serienfans bereits als Mutter in der Thrillerserie The Missing bekannt ist, glänzt auch hier als verzweifelte Mutter und spielt absolut übrzeugend. Selbst die Kinder werden gut dargestellt und wurden auch gut synchronisiert. Spätestens seit The Babadook wissen Horrorfans ja, wie sehr einem Kinder in Gruselfilmen auf die Nerven gehen können. Das ist in The Conjuring 2 glücklicherweise nicht so.

    Bleibt noch der direkte Vergleich mit dem ersten The Conjuring-Film. Das Sequel ist qualitativ mindestens sehr nah dran, eventuell sogar ebenbürtig. Das ist auch ein wenig subjektiv, denn wo The Conjuring noch deutlich mehr auf die Atmosphäre setzte, gibt es in The Conjuring 2 einen wesentlich größeren Anteil an Spezialeffekten. Fans des Erstlings werden auf jeden Fall nicht enttäuscht werden. So ist The Conjuring 2 auf jeden Fall um Längen besser als das Spin Off Annabelle.

    Fazit: Man kann es nicht anders sagen: The Conjuring 2 ist eine absolut gelungene Fortsetzung. James Wan macht wieder exakt das, was er am besten kann, nämlich die Zuschauer ordentlich erschrecken. Die Jump Scares sitzen perfekt, die Darsteller sind toll und die Effekte sehen gut aus. Gruselherz was willst du mehr? Sicherlich ist das Sequel ein wenig lang ausgefallen, aber das ist Kritik auf ganz hohem Niveau. Für Fans von Spukhäusern und Poltergeistern ist The Conjuring 2 Pflichtprogramm.



    Meldungen

    29.04.2016 – Der deutsche Trailer ist da

    28.03.2016 – Trailer und Kinostart