Kill Your Friends

Metadaten
Titel Kill Your Friends
Original Titel Kill Your Friends
Regisseur Owen Harris
Laufzeit 1 h 48 min
Zertifikation FSK ab 16
Starttermin 18 März 2016
Plakat von ""

© Ascot Elite

Story: Im Jahr 1997 ist die BritPop-Welle auf ihrem Höhepunkt und der Musik-Manager Steven Stelfox tut alles dafür, um das nächste große Talent ausfindig zu machen. Vollgepumpt mit Leidenschaft, Ambitionen und jeder Menge Drogen sucht er immer nach den neuesten Hits – schließlich sollen sich die Kassen seines Musiklabels ordentlich füllen. Dabei hat er aber nicht nur den Profit, sondern stets auch seinen persönlichen Aufstieg im Business im Blick. Doch als der Wendepunkt des Hypes erreicht ist, bringt die Beförderung eines konkurrierenden Kollegen das Fass für den krankhaft ehrgeizigen Stelfox zum Überlaufen und er nimmt die Redewendung „ein Mordsding“ etwas zu wörtlich. Aber auch nachdem der Rivale aus dem Weg geräumt ist, wächst der Erfolgsdruck: So zieren immer mehr blutige Spuren seine Karriereleiter…

Kritik: Ich muss sagen, ich kenne die gleichnamige Romanvorlage von Kill Your Friends nicht. Daher kann ich nun eher weniger beurteilen, ob das Buch so umgesetzt wurde, wie man es sich vorstellt oder ob sehr wichtige Details fehlen. Ich beurteile Kill Your Friends aus rein filmischer Sicht und da hat der Psychothriller durchaus was zu bieten.

Da wäre zum einen der Hauptdarsteller Nicholas Hoult, der hier den Psychopathen genial spielt. Dabei kommt er rüber, wie eine Mischung aus Patrick Bateman (American Psycho) und dem Nerd Sheldon Cooper aus der TV-Serie The Big Bang Theory. Dazu redet er zwischendurch mit dem Zuschauer, wie es einst der Charakter von Arno Frisch im österreichischen Horrorthriller Funny Games schon tat.

Desweiteren ganz klar auf der Habenseite steht der Soundtrack, der mit Tracks und Hits der späten 1990er gespickt ist. Hier gibt’s Oasis, The Prodigy und Blur auf die Ohren. Dazu liefern Royal Blood als aktueller Act die musikalische Untermalung des Films.

Die Geschichte beginnt ein wenig, wie The Wolf of Wall Street. Man präsentiert uns, wie das Business, in diesem Fall das Musik-Business, so läuft. Und zwar mit all seinen niederträchtigen Facetten. Dass dann unser Hauptcharakter Steven Stelfox auch mal deutlich über die Stränge schlägt, bringt die Sache dann ordentlich ins Rollen. Wer Konkurrent ist wird vergiftet und wer vor ihm befördert wird, wird kurzer Hand erschlagen….so lautet die Devise. Dabei trägt Stelfox stets das entspannte Grinsen zur Schau, welches schon Serien-Psycho Dexter auszeichnete.

In der Mitte verliert das Geschehen dann leider etwas an Fahrt und der Spannungsbogen bekommt ein leichten Knick. Langeweile kommt aber nie auf. Für einen echten Lacher sorgt übrigens Moritz Bleibtreu, der hier als deutscher Techno-Produzent mit VoKuHiLa für ordentlich Krach sorgt.

Kritik: Hier und da hat die Spannung ein wenig Sand im Getriebe, dafür bietet Kill Your Friends den denkwürdigsten Psychopathen seit American Psycho, der von Nicholas Hoult fantastisch gespielt wird. Dazu ein genialer 1990er-Britpop-Soundtrack und ein bissig, schwarzer Humor. Für Unterhaltung ist also bestens gesorgt. Wer auf Psychos, wie Dexter und Patrick Bateman steht, der muss Steven Stelfox unbedingt kennen lernen.

Wertung: 3,5 von 5

Blutfaktor: 2,5 von 5