Compliance

Metadaten
Titel Compliance
Original Titel Compliance
Regisseur Craig Zobel
Laufzeit 1 h 30 min
Zertifikation FSK ab 12
Starttermin 23 August 2012

Story: Wie jeden Tag steht Sandra (Ann Dowd) als Geschäftsführerin eines Fast-Food-Restaurants enorm unter Druck. Und heute ganz besonders, da am Vortag vergessen wurde, den Gefrierraum zu schließen. Unzufriedene Kunden, die ihre Burger nun nicht in gewohnten Umfang genießen können, sind da noch ihr kleinstes Problem. Obendrein ist durch das Versehen eines ihrer Angestellten, ein enormer finanzieller Schaden entstanden, der den Druck für Sandra unerträglich hochschraubt. Als sie kurz darauf den Anruf eines Polizisten erhält, der ihr mitteilt, dass eine ihrer Angestellten einer Kundin Geld gestohlen hat, glaubt sie dies ohne Weiteres, und lässt es diese auf gut überlegte und demütigende Weise spüren …

Plakat von ""

© Mad Dimension

Kritik: Mit bildschirmgroßen Buchstaben wird gleich zu Beginn von Compliance, darauf hingewiesen, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht. Was oft nur ein loser Hinweis ist, ist bei Compliance tatsächlich der Fall. So gab es 2007 eine Gerichtsverhandlung zu dem Fall, über die das Magazin Der Spiegel berichtet.

Compliance lässt sich nur wenig Zeit für eine Einführung, die vielleicht eine etwas genauere und intensivere Charakterzeichnung zugelassen hätte. Stattdessen geht alles recht schnell, bis wir uns in der Situation des Polizei-Anrufes befinden. Dabei machen die Darsteller einen überzeugenden Job und spielen durchaus glaubwürdig. Eine Glaubwürdigkeit, die das Skript im weiteren Verlauf leider verliert. Klar, das Drehbuch beruht auf dem wahren Fall, dichtet aber dann zwecks Dramaturgie, doch so ein paar Sachen dazu. Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn diese nicht äußerst fraglich und recht unwahrscheinlich daher kommen würden.

Ist der echte Fall schon unglaublich genug, so drücken die fiktiven Übertreibungen die Glaubwürdigkeit und die damit verbundene Spannung deutlich, da der Zuschauer ständig mit einem ungläubigen Kopfschütteln das Treiben verfolgt.

Dennoch ist Compliance ein durchaus spannender Film geworden, der über seine gesamte Lauflänge bestens „unterhält“. Das Cover suggeriert eine Freigabe ab 16 Jahren, die aber mittels Trailern gepusht wurde. Die FSK gab Compliance bereits ab 12 Jahren frei, was aber angesichts der Thematik durchaus angezweifelt werden darf. So rechnete Verleiher Mad Dimension mit einer FSK ab 16 und hatte bereits ein gepushtes FSK 18-Cover vorab veröffentlicht. Angesichts der Freigabe ab 12 Jahren, war Mad Dimension das Pushing um zwei Stufen dann aber wohl zu heftig.

Am Ende des Films geht dann alles sehr schnell und plötzlich. Hier wäre eine etwas detailliertere Darstellung (Verhaftung) interessant gewesen.

Fazit: Ein unglaublicher Fall, der sich da in den USA ereignet hat, der zeigt was Menschen unter Stress bereit sind zu tun, wenn jemand die Verantwortung dafür übernimmt. Dieses Prinzip stellt Compliance auch sehr gut da. Leider lässt er sich in der zweiten Hälfte zu Übertreibungen hinreißen, die das Ganze etwas unglaubwürdig erscheinen lassen. Dennoch kann der Film über seine gesamte Laufzeit unterhalten, was nicht zuletzt an den sehr guten Darstellern liegt.

Wertung: 3,5 von 5