3

Cobain: Montage of Heck

Metadaten
Titel Kurt Cobain: Montage of Heck
Original Titel Kurt Cobain: Montage of Heck
Regisseur Brett Morgen
Laufzeit 2 h 12 min
Zertifikation 12
Starttermin 24 April 2015

Kritik: Egal ob Jim Morrison, Elvis Presley oder John Lennon…alle echten Legenden der Musik-Szene sind viel zu früh aus dem Leben geschieden. So ist es auch bei Nirvana-Frontmann Kurt Cobain gewesen, der sich 1994 mit einem Gewehr selbst zu Tode gebracht hat. So zumindest die offizielle Variante, denn wie ebenfalls bei Rockstars üblich, gibt es da noch ein paar andere Theorien über das Ableben des Grunge-Rockers. Nun gut, dieser Umstand ist allerdings nicht Gegenstand der nun veröffentlichten Dokumentation Cobain: Montage of Heck. Hier geht es viel mehr um eine biographische Dokumentation von Cobains Kindheit bis hin zu seinem persönlichen Untergang.

Hierzu hat Filmemacher Brett Morgan erstmals von Cobain-Witwe Courtney Love Zugang zum privaten Foto- und Videoarchiv des Rockers erhalten, was einen umfassend intimen Blick in das Leben Cobains ermöglichen soll.

Beeindruckend ist die außergewöhnliche Visualisierung der Dokumentation. Zahlreiche Notizen, Zeichnungen und Skulpturen von Kurt Cobain selbst, wurden aufwendig animiert und unterstreichen die emotionale Welt Cobains. Vertieft wird das durch Privataufnahmen, die Kurt als glückliches Kind zeigen. Ebenfalls kommen einige Verwandte (Vater, Schwester etc) zu Wort. All das voll lizensiert und mit haufenweise Nirvana-Hits untermalt.

So schafft es Cobain: Montage of Heck durchaus einige, starke und emotionale Momente zu kreieren und gerade in der ersten Hälfte fesselt die Kombination aus Animation, bewegten Comics und Interviews den Zuschauer. Wer sich jedoch mit der Person Kurt Cobain schon etwas intensiver beschäftigt hat, der wird enttäuscht sein, denn wirklich Neues erfahren wir hier nicht.

In der zweiten Hälfte gestaltet sich das Gezeigte dann spätestens dann kritisch, wenn ein total zugedröhntes Ehepaar Cobain mit der einjährigen Tochter vor der Kamera zappeln und ihr versuchen die Haare zu schneiden. Da muss selbst der blinde Fan erkennen, dass DAS alles andere als heldenhaft, erstrebenswert oder gar lobenswert sein kann. Viel mehr muss man sich fragen, ob diese Art von Boulevard-Voyeurismus ein Blickwinkel ist, den ein Kurt Cobain von seinem Privatleben gewollt hätte.

Fazit: Zu erzählen gibt es nichts Neues, dafür wird das bereits Bekannte audiovisuell grandios in Szene gesetzt. Erst der unnötige voyeuristische Einblick in Cobains Badezimmer wirft die Frage auf, ob hier nicht doch Sensationsgier der einzige Antrieb von Fimemacher Brett Morgan gewesen ist.

Wertung: 3,5 von 5

von Jörg Großmüller