Chained

Chained

Vincent D'Onofrio, Eamon Farren, Julia Ormond, Gina Philips18

20121 h 34 min
Metadaten
Titel Chained
Original Titel Chained
Laufzeit 1 h 34 min
Zertifikation 18
Starttermin 2 Oktober 2012

Kritik: Es kommt selten vor, aber es kommt vor….eine Überraschung im Genre der Horrorfilme. Was Jennifer Lynch mit Chained abliefert ist schon ein echter Schlag in die Magengrube. Sie schafft es sehr feinfühlig die Charaktere zu zeichnen ohne sie dabei den platten Schablonen des Genres auszuliefern,

Von der ersten Minuten an punktet Chained mit einer absolut dichten und packenden Atmosphäre. Daran hat die kompromisslose Härte durchaus ihren Anteil. Zwar gibt es keine ewigen Splatterszenen zu sehen, aber neben einigen, durchaus blutigen Gewaltspitzen, ist der Streifen seelisch einfach unglaublich brutal und grausam. Es ist schon verwunderlich, dass die FSK hier überhaupt eine Freigabe für die ungeschnittenen Fassung des Films vergeben hat, Zartbesaitete Gemüter sollten doch eher einen Bogen um Chained machen.

Doch das Drehbuch schafft es den Film nicht in den üblichen Gewaltvoyeurismus abdriften zu lassen, sondern dem Ganzen durchaus Tiefe zu verleihen. Dabei genießt es der Film förmlich unbequem zu sein und schöpft dies auch in allen Belangen aus, Nein, Spaß macht Chained nicht….fesseln tut er dafür umso mehr.

So fühlen sich die rund 90 Minuten dieser Tortur mindestens doppelt so lang an, ohne jedoch dabei den Zuschauer zu langweilen. Wenn das Skript uns dann im Finale noch einen gelungenen und schockierenden Twist vor den Latz knallt, ist der perfekte Horrorthriller-Abend komplett.

Was sich Frau Lynch dann für den Abspann hat einfallen lassen, kann schon fast als genial bezeichnet werden und man wundert sich nachträglich, dass da noch niemand vorher drauf gekommen ist, Bravo!

Kleine Anekdote: Während des Films überlegte ich die ganze Zeit woher ich den Darsteller des Psychopathen kenne. Im Abspann stand dann Vincent D’Onofrio, was mir immer noch nichts sagte. Als das Internet dann ein Bild von „Private Paula“ aus Full Metal Jacket ausspuckte, war dann alles klar. Ein großartiger Darsteller auch in dieser ekelhaften und kranken Psychopathen-Rolle.

Fazit: Schockierend, anders und ungemein spannend. Das sind die drei Tribute, die Chained gut beschreiben. Insgesamt muss man den Film als Pflichtprogramm für Genrefans titulieren. Wer sonst eher Mainstreamkino gewohnt ist, sollte sich zumindest auf ein hartes Stück Film einstellen.