Blair Witch

Metadaten
Titel Blair Witch
Original Titel Blair Witch
Regisseur Adam Wingard
Laufzeit 1 h 29 min
Zertifikation ab 16
Starttermin 6 Oktober 2016

Blair Witch

Blair Witch
7

Wertung

7/10

    Pro

    • spannendes Finale
    • liefert Antworten

    Contra

    • wenig Ideen
    • blasse Charaktere

    BlairWitch_Plakat_A4




    Story: 20 Jahre nachdem Heather Donahue und ihre beiden Freunde in „The Blair Witch Project“ im Black Hills Forest verschwanden, macht sich Heathers Bruder James (James Allen McCune) zusammen mit seinen Freunden Peter (Brandon Scott), Ashley (Corbin Reid) und der Filmstudentin Lisa (Callie Hernandez) auf, die Umstände des Verschwindens zu erforschen. Dass sich der Gruppe zwei Einheimische anschließen, um sie durch die Wälder zu führen, stimmt sie zunächst zuversichtlich. Doch schon bald wird ihnen klar, dass die Legende um die Blair Witch furchterregender ist, als sie es sich je hätten vorstellen können…

    Kritik: Geschlagene 17 Jahre ist es nun her, dass wir das Gruselspektakel zur Hexe von Blair in Blair Witch Project in unseren Kinos erleben durften. Schon damals betrat man neue und unbekannte Wege, indem man von der klassischen Filmvariante absah, und mit dem Found Footage-Stil das Genre revolutionierte. Inzwischen erhält man regelmäßig unzählige High und Low Budget Filme, welche die Idee mit den Wackelfilmchen mehr als genug ausnutzten. Neu war auch die clevere Vermarktung in der bereits Monate vorher im Internet gezielt Informationen gestreut wurden, so dass zum US-Start nicht jedem Zuschauer klar war, ob es sich um Fiktion oder Realität handelt. Kurze Zeit später gab es mit Blair Witch 2 ein Sequel, dass völlig andere Wege beschritt. Nun steht uns mit Blair Witch die eigentliche Fortführung der Geschichte ins Haus.

    Alles beginnt in der Fortsetzung, wie im ersten Teil der Reihe. Sechs College-Kids, welche die Neugierde rund um die Hexe kaum mehr halten können, beschließen gemeinsam mit einer modernen Ausrüstung nach Burkittsville zu reisen, um die legendäre Hexe zu finden.

    Hierbei geht man nicht ganz so blauäugig zur Sache, wie die Protagonisten im ersten Teil. Mit Hightech-Equipment wie Kopfkameras, GPS Navigation und Drohnen bekommt man ein modernes und vorbereitetes Team geliefert, auch wenn diese ein wenig naiv in den bösen Wald einmarschieren. Dabei erhöht sich das Tempo des Films kontinuierlich, so dass kaum Platz für eine lange Einleitung bleibt. Etwas mehr Einführung der Charaktere hätte es durchaus sein dürfen. So bleiben die Protagonisten dem Zuschauer größtenteils gleichgültig.

    Die Darsteller machen ihre Sache aber durchweg gut und auch die deutsche Synchronisation fällt nicht negativ aus. Ebenso erspart man uns genretypische, grobe Logiköcher,

    Der Schnitt zwischen den einzelnen Szenen ist technisch einwandfrei und man serviert uns ein lückenlosen Bildmaterial, dass ständig zwischen Ego-Perspektive, Handkamera und Drohnenaufnahmen wechselt, ohne dabei hektischer zu sein, als notwendig. Warum man anno 2016 noch immer „authentische“ Störungen im Filmmaterial einbaut bleibt allerdings ein Rätsel, da dies von technischer Seite so gar nicht möglich ist. Hier kommen ja schließlich moderne Aufnahmegeräte zum Einsatz, die das Bildmaterial auf SD-Karten speichern.  Störungen im Bild sind somit nicht nur nervig, sondern auch unrealistisch.

    Blutig wird es sehr selten, da die Protagonisten nach und nach einfach von der Bildfläche verschwinden. Bis auf ein paar wenige Ekelszenen und einen „sichtbaren“ Tod passiert hier nicht viel. An einem guten Tag wäre hier, wie schon beim Original, vielleicht auch eine Freigabe ab 12 Jahren möglich gewesen. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben.

    Fans des Franchises werden sich über das gelungene Finale freuen, dass den ein oder anderen Haken schlägt und tatsächlich auch Antworten liefert. So gibt es hier nun auch eine Antwort auf die Frage, ob es die Hexe von Blair nun gibt oder eben nicht.

    Fazit: Stimmungsvoller kleiner Schocker, dem es leider etwas an Ideen mangelt. Dafür entschädigt er mit einem überzeugenden und spannenden Finale, dass tatsächlich auch elementare Antworten liefert. Fans des Erstlings und Found Footage-Freunde sollten sich Blair Witch im Kino nicht entgehen lassen.