Baskin

Metadaten
Titel Baskin
Original Titel Baskin
Regisseur Can Evrenol
Laufzeit
Zertifikation FSK ab 18
Starttermin 29 April 2016

Baskin

Baskin
8

Wertung

8/10

    Pro

    • Tolle Sets
    • Toller Sound
    • Dichte Atmosphäre

    Contra

    • teils nervige Dialoge
    • wirres Skript
    Plakat von "Baskin"

    © Capelight

    Story: Unterwegs auf einer routinemäßigen Nachtstreife wird eine Polizeieinheit als Verstärkung zu einem verlassenen Haus gerufen. Auf dem Weg dorthin provoziert eine merkwürdige Kreatur einen Unfall, der die Gruppe zwingt, ihr Ziel zu Fuß zu erreichen – wo sie nur noch auf einen leeren Polizeiwagen trifft. Von den Kollegen fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen arbeiten sich die Männer immer tiefer in das Gebäude vor und finden sich plötzlich als ahnungslose Ehrengäste inmitten einer schwarzen Messe wieder. In dieser Hölle auf Erden wünschen sie sich bald nur noch den Tod, aber auch der bringt nicht immer die erhoffte Erlösung.

    Kritik: Wenn ich an Horrorfilme abseits des amerikanischen Mainstreams denke, fallen mir sofort die Franzosen mit ihren herben Schockern in den letzten 10 Jahren ein, wie zum Beispiel Martyrs oder High Tension. Ich denke auch an die guten, deutschen Independent-Streifen, wie zum Beispiel Masks. Woran ich sicherlich bis heute in dem Zusammenhang nicht dachte, ist die Türkei. Ich kann mich nicht einmal erinnern bisher überhaupt einen türkischen Film gesehen zu haben. Ja und dann kam Baskin.

    Dabei beginnt das Ganze doch ein wenig zäh. Insbesondere die Dialoge mit jeder Menge Wortwahl unter der Gürtellinie begannen mich schon nach wenigen Minuten zu nerven. Glücklicherweise verschwindet dieser negative Aspekt von Baskin nach rund einer halben Stunde fast völlig. Was nämlich dann folgt ist ein Horrortrip der besonderen Art. Irgendwo zwischen Clive Barker, Silent Hill und Martyrs bewegt sich Baskin geradewegs durch die Hölle. Das Set ist eine Augenweide und die Ausleuchtung jagt dem Zuschauer ein ums andere Mal einen Schauer über den Rücken. Dazu kommt eine Sounduntermalung von der man sich in der US-Massenproduktion mal eine Scheibe abschneiden könnte.

    Die Gestalten, das MakeUp und der wirklich sicke Ober-Bösewicht sind auf den Punkt und vollständig handgemacht. Damit kann Baskin durchaus eine überzeugende Atmosphäre schaffen. Er sieht einfach verdammt gut aus. Derart morbide Sets habe ich bisher eigentlich nur im Hellraiser-Franchise gesehen. Hier ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis die Amerikaner sich dem Streifen bedienen und ein eigenes Remake zusammen schustern.

    Wo Licht ist, ist aber auch meist Schatten und so kommt auch Baskin nicht ganz ohne Kritik aus. Insbesondere das Drehbuch ist doch ein wenig arg konfus geraten und verwirrt mit unterschiedlichen Zeitebenen. Auch sonst wirkt die Geschichte etwas konstruiert. Alleine die Art und Weise, wie die Polizeieinheit vorgeht, kann ich mich (auch in der Türkei) nur sehr schwer vorstellen. Die FSK 18-Fassung von Baskin ist übrigens ungeschnitten. Zur Synchronisation können wir an dieser Stelle nichts sagen, da uns der Film von Capelight im Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt wurde. Was man aber im deutschen Trailer so erkennen kann, scheint die Lokalisierung durchaus in Ordnung zu gehen.

    Fazit: Die Türkei war auf der Landkarte des Horrors bisher kaum von Bedeutung. Das hat sich mit Baskin grundlegend geändert, bietet er doch einen echten Horror Augen- und Ohrenschmaus. Die Sets sehen aus als stammen sie direkt aus der Hölle und die Atmosphäre ist von der ersten bis zur letzten Sekunde dicht und bedrohlich. Dabei sind die Einflüsse von Clive Barker bzw. Hellraiser klar zu erkennen ohne dabei aber plump zu kopieren. Da sind auch die etwas ungeschliffenen Dialoge und das wirre Skript nicht mehr ganz so tragisch. Baskin ist eine klare Empfehlung für den geneigten Horrorfan.

     

    Meldungen

    27.02.2016 – Baskin kommt ungeschnitten im Mediabook