Dieter Laser

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Kaum ein Schauspieler der letzten Jahre, machte im Horrorgenre einen solchen Wirbel, wie Dieter Laser mit seiner Darstellung des verrückten Dr. Heiter in The Human Centipede. Nun hat Laser in The Human Centipede 3: Final Sequence erneut eine Hauptrolle übernommen. Für uns Anlass genug zum Gespräch mit Dieter Laser.

WatchTheShit: Herr Laser, Sie sind ja bereits seit über 40 Jahren als Schauspieler in Film und Fernsehen zu sehen. Im Genre des Horrorfilms kamen Sie erst 2009 mit The Human Centipede: First Sequence an. Wie hat die Rolle des Dr. Heiter die Wahrnehmung Ihrer Person in der Öffentlichkeit verändert und gibt es in dieser Wahrnehmung Unterschiede zwischen Deutschland und dem Ausland?

Dieter Laser: Der Bekanntheitsgrad ist enorm gestiegen, weil der Film ein Welterfolg geworden ist. Das macht sich für mich besonders auf Reisen nach Amerika und England bemerkbar, aber auch in Deutschland werde ich häufig von Fans und Touristen aus aller Welt angesprochen. – Der große Unterschied besteht in der Wahrnehmung durch die Medien: In Deutschland wurde der Film und die vielen Auszeichnungen die er auf Festivals erhielt: von „Best Film“ bis „Best Actor“ schlichtweg totgeschwiegen, während im Ausland reges und natürlich auch kontroverses Interesse in den Medien herrschte, bis hin zu ehrenvollen Vergleichen mit „Hannibal Lecter“ in großen amerikanischen und britischen Zeitungen.

WTS: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass der Horrorfilm in Deutschland eher ein Dasein im Untergrund fristet?

Dieter Laser: Ich habe keine Ahnung. Ich muss gestehen, dass ich die üblichen Horrorfilme, die ab und zu nachts im Deutschen Fernsehen zu sehen sind ziemlich langweilig finde und auch die Drehbuch-Angebote die ich seit THC1 gelesen habe, haben mich leider nicht angemacht…

WTS: Welche Horrorfilme mögen Sie besonders?

Dieter Laser: „Das Schweigen der Lämmer“ finde ich wunderbar – wenn man das als Horrorfilm bezeichnen kann – ich bevorzuge eigentlich Thriller mit Horror Elementen…

WTS: Gibt es einen Regisseur mit dem Sie unbedingt mal drehen möchten?

Dieter Laser: Nicht unbedingt. Entscheidend sind für mich Rolle und Drehbuch und die Möglichkeit mich uneingeschränkt einzubringen – Tom Six gibt mir diese Freiheit.

WTS: Ihre Frau Inge hat uns verraten, dass Sie sich in den vergangenen Wochen für Dreharbeiten in Los Angeles aufgehalten haben. Dabei handelt es sich wohl um Human Centipede 3. Wie liefen die Dreharbeiten und sind diese abgeschlossen?

Dieter Laser: Ja, wir haben THC3 in Los Angeles abgedreht, mit wunderbaren amerikanischen Partnern – allen voran Eric Roberts – und jeder einzelne Drehtag war ein Erfolgserlebnis, weil die Zusammenarbeit zwischen Produzentin Ilona Six, Regisseur Tom Six, Cinematographer David Meadows und mir so traumhaft gut lief, dass wir von Tag zu Tag bescheidener und höflicher wurden, um diesen „Flow“ nicht zu gefährden. Irgendwas davon wird im Produkt zu sehen sein – ich bin sehr gespannt wie das Ganze sein wird…

WTS: Gerüchte der letzten Zeit, besagen, dass in Human Centipede 3 sowohl Sie als auch Laurence R. Harvey eine Hauptrolle übernehmen werden , dabei aber andere Charaktere mimen werden. Können Sie uns dazu etwas sagen?

Dieter Laser: Laurence spielt „Dwight Butler“ und ich bin „Bill Boss“ mehr darf ich leider nicht verraten…

WTS: Ihre Darstellung des Dr. Heiter hat bei den Zuschauern durchaus Eindruck hinterlassen, da Sie die Rolle mit einer unglaublichen Intensität gespielt haben. Haben Sie mit dem öffentlichen Aufsehen rund um Human Centipede gerechnet?

Dieter Laser: Nie und nimmer. Ich habe, wie immer weder links noch rechts geschielt wo und wie wohl der Erfolg zu holen wäre – sondern mich auf das konzentriert was ich für richtig hielt.

WTS: Was hat Sie an der Rolle des Dr. Heiter besonders gereizt?

Dieter Laser: Die Möglichkeit den analfixierten Nazi-Ärzten mit einer pechschwarzen Komödie volles Rohr in die Eier zu treten.

WTS: Sehen Sie in The Human Centipede im Ansatz auch eine Kritik an der Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes in der Öffentlichkeit? Manche Stimmen sagen, Dr. Heiter sei an den NS-Verbrecher Josef Mengele angelehnt.

Dieter Laser: Meine erste Frage an Tom Six war, ob er einverstanden ist, wenn ich Dr. Heiter den Vornamen „Joseph“ gebe in Anlehnung an Dr. Josef Mengele.

WTS: In Deutschland ist der Film offiziell nur stark geschnitten erhältlich. Wie empfinden Sie die Tatsache, dass Filme, die ab 18 Jahren freigegeben sind, in Deutschland dennoch teilweise massiv gekürzt werden?

Dieter Laser: Typisch deutsches Oberlehrertum aus vordemokratischen Zeiten.

WTS: Lieber Herr Laser, wir danke Ihnen für Ihre Zeit.

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