Marcel Walz

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Marcel Walz

Mit dem Remake zum Ur-Splatterfilm Blood Feast steht der potenziell blutigste Film 2016 in den Startlöchern. Für uns Grund genug mal mit dem deutschen Horror-Regisseur Marcel Walz ins Gespräch zu kommen. Dabei erfahren wir warum die Dreharbeiten zu Blood Feast unter einem guten Stern standen und was Marcel Walz zum Thema CGI so denkt.

 

WatchTheShit: Marcel, der erste Trailer zu deinem neuen Film Blood Feast ist endlich online. Wann kommen wir denn in den Genuss des gesamten Films?

Marcel Walz: Der Film wird jetzt auf einigen Festivals weltweit seine Premieren feiern, wann, wo und wie genau werden wir noch bekannt geben. Dann wird eine Veröffentlichung nicht mehr lange auf sich warten lassen, aber mehr kann und darf ich noch nicht verraten. Aber sagen wir es mal so: 2016 wird blutig!

WTS: Die Handlung spielt im Gegensatz zum Original in Frankreich statt in den USA. Hast du den gesamten Film in Frankreich gedreht?

MW: Es hat einen bestimmten Grund warum wir Paris gewählt hatten. Wir wollten einen europäischen Ort als Schauplatz des Geschehens. Zum einen für das amerikanische Publikum, die es immer schön finden mal was Anderes zusehen und zum Anderen ist die zweite Wahlheimat von Hershell Gordon Lewis Frankreich. Wir haben genau eine Woche in Frankreich gedreht und den Rest im Studio in den USA und Deutschland, sowie dem Diner.

WTS: Die ersten, blutigen Szenen lassen sehr gute Splatter-Effekte erahnen. Wer war denn für die Effekte verantwortlich?

MW: Mein guter Freund Ryan Nicholson und seine Frau Megan. Uns verbindet eine starke und feste Freundschaft seit den Dreharbeiten zu Seed 2 in Las Vegas und er war hier wieder für mich die erste Wahl. Er weiß was ich will, ich weiß was er kann und wie schön und problemlos er alles umsetzen kann, so wie ich es mir vorstell. Wir sind ein eingespieltes Team und ich liebe die Beiden einfach.

WTS: Die Old-School-Fans wird es interessieren: Ist dein Blood Feast frei von CGI-Effekten?

MW: 100 Prozent CGI-frei! Ich glaube man könnte mich auch als Vorsitzenden für den „No-CGI-Blood“-Verband ernennen, denn es gibt nichts Schlimmeres in Filmes als CGI-Blut. Wenn wir die Möglichkeiten haben etwas selbst zumachen oder zu realisieren, dann sollten wir das doch auch bitte machen! Wo bleibt denn dann bitte noch die Kunst am Filme machen? In einer grünen oder blauen Box kann Jeder etwas erschaffen was in vielen Augen als „besonders“ gilt. Ich persönlich kann diese ganzen CGI-Overkills nicht mehr sehen und sie langweilen mich auch muss ich sagen. Aber im Fall von Blood Feast wären sicher auch die Fans enttäuscht, hätte ich auf CGI-Blut zurückgegriffen.

WTS: Gab es einen besonderen Moment am Set, der dir ganz speziell in Erinnerung geblieben ist?

MW: Bei Blood Feast gab es so viele wunderschöne Momente am Set. Jeder einzelne Tag war etwas Besonders. Auch wenn es sich jetzt anhören mag, wie in einer Seifenoper, aber es war wirklich was Besonderes. Ich sag immer: „Eine sehr gute Wolke schwebt über diesem Projekt.“ Mir fällt da auch immer ein bestimmter Moment ein. Sadie Katz, die unsere Göttin Ishtar spielt, sollte mit einer bestimmten Airline kommen. Allerdings meinten die Piloten genau dann zu streiken. Alle Flüge, wirklich alle Flüge, in dieser Woche ab Los Angeles wurden gestrichen. Lediglich einer sollte fliegen und das war genau der Flug den wir für Sadie gebucht hatten….da wusste ich, dass alles gut wird.

WTS: Kritikern fehlt bei deinen Filmen oft die Handlung und werfen deinen Werken reine Aneinanderreihung von Splatter vor. Was würdest du dem entgegnen?

MW: Naja, zu 100% haben die Kritiker ja nicht immer unrecht (lacht). Bei Filmen, wie La Petite Mort zum Beispiel, würde ich sagen will keiner eine Story bei der man immer ganz genau aufpassen muss was passiert, damit man nicht den Faden verliert. Man muss immer differenzieren, was ist ein reiner Partyfilm und was ist ein Film der auf Handlung setzt. Was ich mir aber auch eingestehen muss ist, dass ich vielleicht nicht der beste Mann bin, um eine gute Geschichte in ein Drehbuch umzuwandeln. In meinen Kopf schwirren Unmengen an Ideen herum, aber für meine kommenden Filme suche ich mir lieber kreative Köpfe die meine Ideen in gut durchdachte Drehbücher umwandeln. Wie auch jetzt bei bei Blood Feast. Hier hat es Phillip Lilienschwarz schon geschafft.

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am Set von Blood Feast

WTS: Was steht nach Blood Feast auf deiner Agenda? Schon konkrekte Pläne?

MW: Es sind zwei schöne Projekte ins Haus geflattert. Viel darf ich noch nicht sagen, aber es kommt etwas Schönes auf uns zu, hoffe ich doch (lacht).

WTS:  Du bist gerade einmal 30 Jahre und hast schon zahlreiche Projekte gestemmt. Wenn du die freie Wahl hättest: Was wäre dein absolutes Traumprojekt als Filmemacher?

MW: Was mein absolutes Traumprojekt wäre? Eines durfte ich bereits realisieren, denn mit Blood Feast ist schon so ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen, was mich immer noch wirklich glücklich macht und wenn alles gut geht und die Sterne gut stehen kann ich nächstes Jahr meinen absoluten Traum realisieren. Aber dazu kann ich noch nicht viel sagen!

WTS: Wo siehst du einen Marcel Walz mit 50?

MW: Wo sehe ich mich mit 50? Gute Frage. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet endlich 30 zu werden. Mit 15 oder 16 hat mir ein guter Bekannter der Familie gesagt, dass ich mit 30 meinen Durchbruch habe (lacht). Und da extrem viel stimmt, von dem was er gesagt hat, würde ich sagen, dass ich mit 50 da bin, wo ich sein will und sein darf.

WTS: Du bist fest mit dem Horrorgenre verbunden. Was sind deine drei absoluten Lieblingshorrorfilme?

MW: Diese Frage finde ich ja immer etwas schwierig. Wann kann man sagen: „Dieser Film ist mein Liebling!“ Ich glaube wenn du ihn dir immer und immer wieder ansehen kannst ohne davon gelangweilt zu sein oder dir denkst, wann ist der endlich aus. Ich würde sagen Scream, weil er mich auch sehr stark geprägt hat. Halloween, weil die Atmosphäre unübertroffen ist und Freitag der 13th Teil 6, weil es für mich der Inbegriff der 80er-Slasher ist, die ich sehr liebe!

WTS: The Walking Dead oder American Horror Story?

MW: Da muss ich nicht lange überlegen: American Horror Story! Das ist in so vielen Punkten besser als The Walking Dead. Für mich ist Staffel 5 (Hotel) mit das Beste, was je als Serie erschienen ist.

WTS: Argento oder Fulci?

MW: Ganz klar Lucio Fulci! Für mich ist Woodoo immer noch der beste Zombiefilm, der je gedreht wurde!

WTS: Hostel oder Saw?

MW: Schwierig! Aber ich würde dann doch eher zu Hostel tendieren. man siehe La Petite Mort 1 und 2 (lacht)

WTS: Marcel, vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg mit Blood Feast

MW: Ich bedanke mich bei euch für die tollen fragen.