Doctor Sleep

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Doctor Sleep (Stephen King)

Ganze 35 Jahre sind vergangen seit Stephen King mit Shining einen seiner bekanntesten Romane veröffentlicht hat. Nicht zuletzt durch die Verfilmung von Stanley Kubrick und der genialen Leistung von Jack Nicholson als irrer Hausmeister Jack Torrance, ist Shining bis heute enorm populär.

Vielleicht ist es auch diesem Umstand zu verdanken, dass Stephen King zum ersten Mal eine Fortsetzung zu einem seiner Romane verfasst hat. Unter dem Titel Doctor Sleep ist die deutsche Ausgabe der Shining-Fortsetzung seit September 2013 erhältlich.

Doctor Sleep dreht sich zunächst hauptsächlich um Danny, den Sohn von Jack Torrance, der die grausamen Vorfälle im Overlook Hotel überlebte. Gänzlich unversehrt hat er das Drama allerdings nicht überstanden und ist als Erwachsener in eine schwere Alkoholsucht abgerutscht, die sein Leben fast komplett zerstört hat. Doch nur der Alkohol vermag sein Shining zu betäuben und das Leben selbst für Danny erträglich zu machen.

Gleich zu Beginn hat Doctor Sleep dann auch schon sehr starke Momente, wenn Danny seine Sicht der Erlebnisse schildert und wie es ihn an den Abgrund der Sucht geführt hat. Dann schafft es King auch immer wieder die Geister aus dem Hotel zu beschwören und dem Leser einen eiskalten Schauer über den Rücken zu jagen.

Dann aber setzt ein zweiter Handlungsfaden ein, der sich mit menschenähnlichen Wesen, die sich „Der wahre Knoten“ nennen, beschäftigt. Diese Wesen ernähren sich von sogenannten Steam, eine Energie über die nur Kinder mit Shining verfügen. So auch die 12jährige Abra Stone, die auf eine seltsame Weise mit Danny verbunden zu sein scheint.

Diese Hauptgeschichte ist nicht uninteressant, aber verfügt kaum über gruselige Momente. Viel mehr erinnern die Charaktere des „wahren Knotens“ an eine Mischung aus Rob Zombie’s The Devil’s Rejects und dem Vampir-Clan aus der Twilight-Reihe. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass eigentlich nur im Finale dann wirklich mal Spannung aufkommt. Dazwischen gibt es sehr viel Leerlauf.

Vielleicht sollte man an Doctor Sleep aber auch nicht mit dem Grundgedanke heran gehen, dass es sich um die Fortsetzung von Shining handelt, denn damit hat Doctor Sleep nur in wenigen, aber lesenswerten, Abschnitten etwas gemeinsam.

Ein paar Worte noch zur deutschen Hörbuch-Fassung, die von David Nathan (Synchonsprecher von Johnny Depp) hervorragend gelesen wird. Allerdings haben sich ein paar kleinere Fehler eingeschlichen. So arbeitet Danny z.B. in einem kleinen Vergnügungspark, der auf den Namen Tiny Town hört. Nathan liest dies in der deutschen Fassung als Teenie Town, was dem Sinn nicht wirklich entspricht. Ansonsten ist das Hörbuch aber uneingeschränkt zu empfehlen.

Doctor Sleep ist kein schlechtes Buch. Den Vergleich mit seinem Vorgänger Shining hält es aber nur in sehr wenigen, kurzen Abschnitten zu Beginn stand. Der Rest gestaltet sich etwas zäh und vor allem zu vorhersehbar, was die Spannungskurve deutlich drückt. Am Ende leider nur ein mittelmäßiger Stephen King-Roman.

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