Die Insel

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copyright Heyne Hardcore

von Richard Laymon

Release: 01. August 2006

Besonderheiten: seit September 2008 wegen Indizierung nur noch gekürzt erhältlich

Story: Nach der Explosion ihrer Jacht finden sich acht junge Urlauber auf einer einsamen Südseeinsel wieder, weitab von jeder Zivilisation. Was als Abenteuer beginnt – früher oder später wird sie ja bestimmt jemand retten, denken sie –, entwickelt sich jedoch zu einem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint: als nämlich einer von ihnen auf bestialische Art und Weise ermordet wird und sich herausstellt, dass die Explosion der Jacht kein Unfall war …

Kritik: Wer den Autor Richard Laymon nicht kennt, dem sei gesagt, dass es hier nicht um kunstvoll erschaffene Horrorwelten geht, sondern viel mehr um detaillierte, oft stark sexualisierte Gewaltbeschreibung. So ist auch Die Insel kein wendungsreicher Thriller, sondern eine nicht minder spannende Tour de Force, irgendwo zwischen Lost, Last House on the left und Jack Ketchum’s Evil.

Insbesondere die ausufernd beschriebenen sexuellen Gewaltakte, die auch vor Minderjährigen nicht zurück schrecken, haben dazu geführt, dass die ungekürzte Fassung von Die Insel seit September 2008 vond er Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde. Seit dem sind alle weiteren Auflagen teils massiv verändert, abgemildert und umgedeutet worden, womit die Geschichte eine völlig andere, harmlosere Färbung bekommt.

Laymon unterbricht den Fluss seiner Geschichte sehr häufig, um die Körper der weiblichen Charaktere und deren Auswirkung auf die männlichen Charaktere ausufernd zu beschrieben. Das ist stets etwas pubertär, aber nicht völlig platt, wenn gleich es an manchen Stellen vielleicht etwas zu sehr ausgeschmückt ist. Überhaupt sind die weiblichen Protagonisten recht unglaubwürdig. So erinnert das ganze Treiben teilweise an die (S)Explotation-Filme der 1970er-Jahre. Gewürzt mit einer gehörigen Portion Rape N Revenge.

Dennoch schafft es der Autor das Ganze äußerst flott und spannend zu schreiben und man will stets wissen, wie es denn nun weiter geht, selbst wenn einen der Dauerständer des Hauptprotagonisten mal wieder nervt. Auch schafft er es gelegentlich eine recht dichte Atmosphäre zu erschaffen, wenn gleich die Charaktere stets etwas oberflächlich und stereotyp bleiben.

Bei der Gewalt selbst hält sich das Buch eigentlich recht lange zurück. Dafür haut der Autor im fast schon grotesken Finale so richtig zu. Hier wird aufgeschlitzt, ausgerissen und Genitalien abgeschnitten bis es dem Leser selbst schon weh tut. Das alles wird meist detailliert beschrieben.

Wirklich zweifelhaft sind die Passagen an denen harte sexuelle Misshandlungen selbst an Minderjährigen ausgeführt werden und selbige Minderjährige damit relativ (!!) gut klar zu kommen scheinen. Das wirkt zum einen äußerst abstoßend und zum anderen reichlich unglaubwürdig.

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