Lebendig

ketchum-lebendig

copyright Heyne Hardcore

von Jack Ketchum

Originaltitel: Right to Life

Release: 12. Mai 2014

Verlag: Heyne Hardcore

Story: Ihr erster Gedanke war, dass man sie lebendig begraben hatte. Dass sie sich in einem Sarg befand. Unter ihrem Rücken spürte sie Holz, und dicke Bretter auch zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten, so nah, dass sie gerade noch den Arm heben konnte, um zu erfühlen, dass auch über ihr Holz war. Nie zuvor hatte sie Angst vor engen Räumen gehabt. Doch dieser Raum machte ihr große Angst.

Kritik: In den USA erschein Lebendig von Jack Ketchum bereits 1998 unter dem Titel Right to Life. Dabei zeigt sich die Geschichte mit rund 185 Seiten als relativ kurzes Vergnügen. Dadurch entsteht aber auch ein sehr positiver Aspekt des Buches: Es entsteht keine Langeweile und kein Leerlauf. Insgesamt ist die Länge für diese Handlung sogar sehr passend, da die Story mehr Umfang auch kaum zulässt.

In Lebendig wird die schwangere Sara von einem Ehepaar gekidnapped und gefoltert. Wer Jack Ketchum kennt, der weiß, dass hier kaum ein Blatt vor den Mund genommen wird. Die Grausamkeiten und Folterungen sind recht ausführlich beschrieben und auch der perverse, sexuelle Missbrauch wird in aller Deutlichkeit beschrieben. Dabei wird es aber nie oberflächlich plakativ, wie es z.B. oft bei Richard Laymon der Fall ist. Jack Ketchum greift in Lebendig sein Lieblingsthema erneut auf. Wie z.B. auch in The Woman oder Evil, dreht sich Handlung erneut, um eine Frau, die körperlicher und sexueller Folterung und perversen Spielen ausgesetzt ist.

So liest sich Lebendig eigentlich, wie ein Mix aus TorturePorn und Rape-and-Revenge-Thematik…nicht sonderlich überraschend, aber durchaus spannend. Dabei schafft es Ketchum die Leiden des Opfers, insbesondere auch die psychischen, dem Leser so nah zu bringen, dass man sich selbst schon etwas gefoltert vorkommt. Für Zartbesaitete, die den üblichen Mainstream-Thriller gewohnt sind, wird dieses Buch sicher zu stramm sein.

Das Finale kommt dann überraschend plötzlich und ist vielleicht auch etwas zu kurz geraten. Hier fehlt es vielleicht etwas an Dramatik. Fast unaufgeregt geht die brutale Geschichte zu Ende.

Fazit: An die ganz großen Bücher von Jack Ketchum, wie Blutrot und Evil reicht Lebendig nicht heran. Dafür ist die Handlung etwas zu simpel und auch die Charaktere etwas zu eindimensional. Dennoch ist Lebendig ein hervorragender Lesestoff, der sich auf Grund seiner Kürze, sehr flüssig liest und spannend unterhält. Eine gewisse Toleranzgrenze gegenüber harter Gewaltdarstellung und Folterungen sollte allerdings vorhanden sein.

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