Evil

evil

copyright Heyne Hardcore

von Jack Ketchum

Bereits im Jahr 1989 wurde der Roman Evil des britischen Autors Jack Ketchum zum ersten Mal veröffentlicht und doch bleibt der Stoff bis heute brandaktuell. Seine deutsche Erstveröffentlichung erfuhr der Roman erst im Jahre 2006. In Evil wird ein die 12jährige Meggie zuerst zur Außenseiterin und dann zum Opfer furchtbarer Folter.

Mit dem Charakter des jungen David stellt Ketchum dem Leser selbst die Frage: Wie lange schaust du zu? Wann greifst du ein? Und warum?

Dabei ist Evil niemals unterhaltsam, sondern stets ein unwohler Wurm in der Magengegend. Ich wage zu behaupten, dass Menschen denen dieses Buch Spaß macht, selbst nicht so ganz gesund sein können.

Trotz aller Brutalität und Perversion die Evil über den Leser ausschüttet, ist der Roman viel mehr als plumper Voyeurismus. Ketchum beweist auch, wie überzeugend und glaubhaft er die Charakterzeichnung beherrscht. Insbesondere David ist in seiner jugendlichen Unsicherheit in all seinen Handlungen völlig überzeugend, wenn gleich man ihn hasst und liebt zugleich. Die Erzählweise erinnert stark an Stephen King’s Die Leiche oder eine Horrorversion der TV-Serie Wunderbare Jahre.

Wie ein brodelnder Vulkan steigern sich die Vorkommnisse und es ist dem Leser stets klar, dass dies alles in einer Katastrophe münden muss. Zeitgleich hofft man aber doch, dass alle ihre gerechte Strafe für ihre Taten erhalten.

Im Finale zieht der Autor die Spannungskurve dann nochmal deutlich an und das Finale lässt einen bestürzt mit der Frage nach der eigenen Moral zurück. Betrachtet man sich das aktuelle Zeitgeschehen rund um misshandelte Kinder, Mobbing und Missbrauch, so ist die Geschichte aktueller denn je und in ihrer drastischen Darstellung durchaus als wichtig zu bezeichnen.

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