Serien-Kritik: ASH VS EVIL DEAD / Staffel 1

Ash vs Evil Dead

Ash vs Evil Dead
9

Wertung

9/10

    Pro

    • blutig wie Sau
    • Bruce Campbell!!!
    • top Atmosphäre

    Contra

    • nicht alle Effekte überzeugen





    ashevildead

    Story: 30 Jahre sind vergangen, seit Ashley Williams die Untoten zurück in die Hölle geschickt hat. Noch immer arbeitet er im Elektrohandel als Verkäufer und kriegt sein Leben nicht so ganz auf die Reihe. Zumindest nicht ohne Nutten und Alkohol. Das Buch der Toten verwahrt er sicher, bis er einen Fehler macht und die Höllenbrut erneut zum Schlag gegen die Menschheit ausholt. Mit Pumpgun und Kettensäge zieht er in die erneute Schlacht, um das Böse endgültig in Stücke zu reißen.

    Kritik: Was war ich skeptisch als ich von einer Evil Dead-Serie zum ersten Mal hörte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein TV-Konzept dem Franchise, hinsichtlich des Gewaltniveaus, gerecht werden konnte. So pendelte meine Erwartung irgendwo in der Ecke des dritten Films Armee der Finsternis, der ja im Vergleich zu den beiden Vorgängern deutlich blutleerer war. Dass Sam Raimi, Schöpfer der Reihe, als Produzent und in der Pilotfolge sogar als Regisseur, mit an Bord ist, ließ zumindest hoffen.

    Was soll ich sagen? Ash vs Evil Dead ist die mit Abstand blutigste TV-Serie überhaupt geworden und nicht nur das. Auch innerhalb des Franchises setzt die Serie hinsichtlich der gezeigten Gewalt neue Maßstäbe. Hier werden sekundenlang Köpfe mit Messern abgetrennt, mit Kettensägen zersägt und gespalten, dass die rote Suppe nur so spritzt. Natürlich alles mit dem leichten Slapstick-Unterton, aber anders wäre das gezeigte Gewaltniveau in Deutschland niemals denkbar, denn die FSK hat die bisherigen Episoden tatsächlich ungeschnitten (!) ab 18 Jahren freigegeben.

    Bruce Campbell ist als Ash erneut mit dabei und ist in Hochform. Wer die Fähigkeit dazu besitzt, sollte sich die Serie in der englischen Originalfassung anschauen, denn auch wenn die deutsche Synchronisation in Ordnung geht, kann sie die Sprüche des Hauptcharakters natürlich nicht adäquat wiedergeben.

    Wie in TV-Serien üblich und notwendig müssen in den ersten ein bis zwei Folgen erst einmal die Erwartungen der Zuschauer bedient werden, um diese an die Serie zu binden. Von daher entwickelt sich die Story erst etwas später und spätestens, wenn die Hütte aus Evil Dead zum Schauplatz wird, ist es um den Horrorfan geschehen. Ash vs Evil Dead sprüht vor Atmosphäre, Blut und Charme und man nimmt sehr oft Bezug auf die ersten beiden Filme.

    Tricktechnisch ist das Gezeigte ab und an etwas holprig, wenngleich die Splatterszenen in ihrer Mischung aus handgemacht und CGI über jeden Zweifel erhaben sind. Dabei präsentiert sich das Gewaltniveau, wie oben bereits erwähnt auf einem sehr hohen Level und bewegt sich durchaus in den Sphären von Peter Jackson’s Braindead.

    Die Rolle von Xena-Darstellerin Lucy Lawless ist von der Idee sehr interessant, spielt aber zumindest in der ersten Staffel ihr Potenzial noch nicht völlig aus. Die beiden Sidekicks von Ash hingegen liefern eine gute Performance ab und überzeugen den Zuschauer.

    Die erste Staffel ist derzeit exklusiv bei Amazon Prime zu sehen, wo nun auch Staffel 2 gestartet ist.

    Fazit: Ich hätte es nicht gedacht, aber Ash vs Evil Dead ist eine verdammt runde und unterhaltsame Sache geworden. Dabei ist das Evil Dead-Spin Off das englische Steak unter den Horrorserien und wischt in Sachen Gewaltdarstellung mit allen anderen TV-Serien den Boden. Dazu eine ordentliche Portion Humor und fertig ist die Offenbarung für Fans der Tanz der Teufel-Serie. Ein echtes Highlight ist das Finale in der Waldhütte aus den ersten, beiden Filmen. Ein echter Horrorgenuss.