Kino-Vorschau: THE WITCH

witch

copyright Universal Pictures

Seit Jahrhunderten pflegt der Mensch zu Wäldern eine ganz besondere, oft sehr intensive Beziehung. Sei es als ständig nachwachsender Rohstoff für Nahrung (Pilze, Kräuter, Beeren, Wasser) und Holzlieferant für Feuerstellen, Behausungen und Jagdinstrumente. Oder als Schutz bei Naturgewalten wie Lawinen und als Produzent des überlebenswichtigen Sauerstoffs. Die Verbindung zwischen Mensch und Wald besteht seit jeher, hat im Laufe der Zeit jedoch einen deutlichen Wandel erlebt.

Das Ende der letzten Eiszeit (etwa 15.000 v. Chr.) bedeutete für den Menschen zunächst eine immense Umstellung. Tiere konnten sich beispielsweise bei der Jagd durch Steinzeitmenschen nun wesentlich besser verstecken, da die kargen Steppen mehr und mehr mit Pflanzen übersät wurden. Gleichzeitig lieferten die Bäume, Gräser und Hölzer für den Menschen neue Möglichkeiten für den Bau von Waffen und Behausungen.

In Bezug auf Robert Eggers‘ Regiedebüt The Witch ist die epochale Bedeutung des Waldes enorm wichtig. Die Frühe Neuzeit, in der die Handlung des Films angesiedelt ist, gilt als „hölzernes Zeitalter“. Im heutigen Deutschland wuchs die Bevölkerungszahl damals stetig an, was zur Folge hatte, dass Tätigkeiten im Rodungsbereich verstärkt wurden. Besonders viel Holz wurde in den Bau von Schiffen gesteckt, außerdem wurden große Mengen Brennholz in den Haushalten benötigt.

Im Film spielen Wälder seit jeher, speziell im Horrorgenre, eine zentrale Rolle. Während bei Werken wie Into the Woods, The Forest und Cabin in the Woods die „natürliche“ Hauptfigur bereits im Titel auszumachen ist, dient sie in zahlreichen anderen Arbeiten als Handlungsort, dessen unerforschtes Terrain und unterschwellige Boshaftigkeit für den wahren Horror sorgt.

Wie etwa in Evil Dead, bei der ein Ausflug von Freunden zu einer Waldhütte im Desaster endet.. In M. Night Shyamalan’s The Village – Das Dorf versetzen angebliche Waldkreaturen die Bewohner eines abgeschiedenen Dorfes in Angst und Schrecken. Der umstrittene dänische Regisseur Lars von Trier inszenierte in Antichrist die deutschen Wälder im Rhein-Sieg-Kreis ebenso kunstvoll wie brutal. Und The Blair Witch Project ist für viele bis heute die unangefochtene Nummer 1 im Waldhorror-Bereich. Die „Mutter aller Wackelkamerafilme“ machte Burkittsville, Maryland, und seine Wälder quasi über Nacht zum Mysterium und Tourismusmagneten – und trieb die sogenannte Hylophobie (Angst vor Wäldern) in die Höhe.

In The Witch zieht es die Familie des Farmers William auf ein abgelegenes Stück Land nahe eines düsteren Waldes – und schon bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen. Das ganze Ausmaß zeigt sich ab 19. Mai 2016 in den deutschen Kinos!

 

Zum Film: 

Neuengland, 1630. Farmer William findet, gemeinsam mit Frau Katherine und den fünf Kindern, ein neues Zuhause auf einem abgelegenen Stück Land, nahe eines düsteren Waldes.

Bald kommt es zu beunruhigenden Vorfällen: Tiere verhalten sich aggressiv, eines der Kinder verschwindet, während ein anderes von einer dunklen Macht besessen zu sein scheint. Misstrauen und Paranoia wachsen und die älteste Tochter Thomasin wird der Hexerei beschuldigt. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, werden Glaube, Loyalität und Liebe jedes einzelnen Familienmitgliedes auf eine schreckliche Probe gestellt …

Hexerei, Besessenheit und Magie sind die jahrhundertealten Zutaten für eine beklemmend schaurige und bahnbrechende Neuinterpretation des Genres.

Das Debüt von Regisseur und Drehbuchautor Robert Eggers hatte seine gefeierte Premiere beim Sundance Film Festival, für das er den Preis für die beste Regie erhielt. Sorgfältig inszeniert Eggers das gottesfürchtige Neuengland, Jahrzehnte vor den berüchtigten Hexenprozessen in Salem. Erzählt wird die, auf Protokollen damaliger Hexenprozesse basierende, Geschichte aus der Perspektive der jungen Thomasin, gespielt von der vielversprechenden Newcomerin Anya Taylor-Joy.

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