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Review: THE CAPTIVE

Du gehst kurz in ein Geschäft, kommst zurück und deine Tochter ist spurlos verschwunden. Ryan Reynolds erlebt den Albtraum aller Eltern hautnah.

The Captive (USA 2014)

Regie: Atom Egoyan

Mit: Ryan Reynolds, Alexia Fast, Rosario Dawnson, Scott Speedman

Freigabe: ab 16

Release: 27. Januar 2015

Story: Nur wenige Minuten haben dem Täter gereicht, um Cassandra aus dem Auto ihres Vaters zu entführen. Als Matthew aus der Bäckerei zurückkommt, ist die Zehnjährige spurlos verschwunden. Acht Jahre sind seitdem vergangen, Jahre der Entfremdung und einsamen Verzweiflung für die Eltern und Jahre voller ergebnisloser, frustrierender Ermittlungen für die Detectives Dunlop und Cornwall. Da taucht Cassandras Gesicht im Internet auf. Sie ist am Leben – und noch immer in der Gewalt des Täters, der sein perverses Spiel nicht mehr nur mit dem heranwachsenden Mädchen treibt. Auch die traumatisierten Eltern und die Polizisten sind ohne es zu wissen Objekte seiner psychopathischen Fantasien geworden.

Kritik: In der gut 30jährigen Karriere von Regisseur Atom Egoyan fehlt bislang der ganz große Wurf. Der ist The Captive nun auch nicht geworden, soviel sei schon einmal verraten. Dabei macht der Streifen Vieles richtig und ist auch kein Totalausfall.

Die Grundidee, dass man sein Kind nur eine Sekunde aus den Augen lässt und es dann spurlos verschwindet, dürfte das größte Horrorszenario aller Eltern dieser Welt sein und genau das passiert hier Matthew, gut gespielt von Ryan Reynolds.

Leider begeht das Skript gleich zu Anfang einen kapitalen Fehler und verrät durch seine nicht lineare Erzählstruktur viel zu früh, was dem Mädchen widerfahren ist. Das drückt den Reiz und die Spannung deutlich. Dazu kommen recht unglaubwürdig agierende Polizisten, die ziemlich vorschnell mit Verdächtigungen blind um sich werfen.

Dennoch schafft es The Captive ein durchweg gutes Spannungsniveau zu halten, da man nicht wirklich durchblickt, was hier eigentlich läuft. Allerdings muss man sich auf das Verwirrspiel einlassen können, da nicht immer die Logik im Vordergrund des Geschehens zu finden ist.

Fazit: Eine chronologisch lineare Erzählweise hätte für mein Dafürhalten hier deutlich mehr Spannung erzeugt. So bleibt The Captive ein leicht überdurchschnittlicher Thriller mit guten Akteuren, den man sich gut anschauen kann. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Wertung: 6,9/10

von Jörg Großmüller

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