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Review: THE PURGE – ANARCHY

purge

copyright Universal Pictures

The Purge: Anarchy (USA 2014)

Alternativtitel: The Purge 2

Regie: James DeMonaco

Mit: Frank Grillo, Zach Gilford, Kiele Sanchez, AmyPaffrath

Freigabe: ab 16 / ungekürzt

Kinostart: 31. Juli 2014

Story: Wieder ist Purge-Night. Ein Paar sitzt aufgrund einer Autopanne auf offener Straße fest und auch eine hilflose Frau und deren Tochter sind dem Chaos der Purge-Night völlig ausgeliefert. Ein Polizist könnte ihre allerletzte Hoffnung sein, die Nacht zu überleben… Kritik: Als letztes Jahr mit The Purge ein Thriller mit sehr interessanter Grundstory erschien, waren wir am Ende doch wenig angetan von der „weichgespülten“ Inszenierung, die wenig schocken konnte. Auch das sozialkritische Potenzial wurde überwiegend nicht genutzt. Nun ist mit The Purge: Anarchy das Sequel da und es macht vieles anders. Auf dem Regiestuhl saß, wie beim Erstling, wieder James DeMonaco.

Dieses Mal geht er aber raus auf die Straßen in der Purge-Nacht und das bringt naturgemäß eine deutliche Steigerung an Actionszenen. Das tut dem Geschehen auch sehr gut und die erste Filmhälfte punktet mit einer dichten Atmosphäre und einer interessanten Dreiergeschichte. So werden eigentlich drei, verschiedene Schicksale gezeigt, die sich im weiteren Verlauf des Films dann aber gegenseitig über den Weg laufen und gemeinsam versuchen die Nacht zu überleben.

Dabei kommt es zwar nie zu Splatterszenen, aber es gibt durchaus blutige Shootouts zu sehen, die, auch hinsichtlich der moralischen Aussage, schon über die FSK 16-Freigabe wundern lassen. Hinsichtlich der Gewaltdarstellung bewegt sich The Purge: Anarchy damit eher am oberen Ende des FSK 16-Bereiches.  Bei der Gestaltung der Gangs und ihrer Masken fühlt man sich öfter an das Videospiel Manhunt erinnert, was hier sicherlich auch als Inspiration diente. Auch ein paar Verweise in Richtung Hostel sind auszumachen.

Im letzten Drittel verzettelt sich der Film dann aber etwas durch die Darstellung der ganz Reichen und ihren ganz speziellen Purge-Vorlieben. Das wirkt teilweise etwas aufgesetzt und wenig authentisch, ja fast unfreiwillig komisch, was der Bissigkeit der sozialkritischen Kernaussage wenig zuträglich ist.

Ein weiteres, größeres Manko von The Purge: Anarchy ist das Verhalten der Protagonisten. Mehr als einmal fasst man sich verwundert an den Kopf. Das beginnt schon mit der Tatsache, warum man sich zwei Stunden vor Beginn der Purge-Nacht noch auf eine längere Autofahrt begibt, die durch eine einfache Panne zur Lebensbedrohung werden kann. Nun gut…im Horror- und Thrillergenre gäbe es nur sehr wenige Opfer, wenn sich stets alle richtig verhalten…von daher, soll das mal egal sein. Am Ende gibt es dann auch noch mal einen atmosphärisch sehr stylischen Abspann zu sehen.

Fazit: Ja, The Purge: Anarchy ist anders als sein Vorgänger. Er ist actionlastiger, härter und schneller….und das ist gut so. Auch hier ist nicht alles Gold was glänzt und hinsichtlich der anarchistischen Grundstimmung wäre noch mehr Kompromisslosigkeit möglich, aber das Sequel hat nun deutlich mehr Kanten als der Erstling. Damit ist er ein guter Actionthriller, mit sozialkritischen Einschlag, der sich gegen Ende etwas verzettelt.Dennoch durchaus empfehlenswert…

Fazit: 7,0/10 

von Jörg Großmüller

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