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Review: FRESH MEAT

Fresh Meat

copyright Capelight

Fresh Meat (Neuseeland, 2012)

Originaltitel: Fresh Meat

Regie: Danny Mulheron

Mit: Temuera Morrison, Nicola Kawana, Hannah Tevita

Freigabe: ab 18 / ungekürzt

Release: 29. November 2013

Story: Eine Gruppe Gangster verschanzt sich ausgerechnet im Haus einer Kannibalenfamilie. Ob das gut geht?

Kritik: Eine Horrorkomödie aus Neuseeland? Da geht mein Herz auf wie ein Kreppel (Berliner Pfannkuchen). Was haben die Neuseeländer, speziell Peter Jackson, nicht schon für tolle Horrorkomödien aus dem Hut gezaubert? Egal ob Bad Taste oder Braindead. Ein Lachflash war immer vorprogrammiert. Aber kann Regisseur Danny Mulheron, der bis dato vornehmlich TV Serien inszenierte, auch hier mithalten? Nun ja, sagen mir mal so halbwegs.

Die ersten 20 Minuten sind der Kracher. Selten zuvor habe ich etwas so rasant geschnittenes, humorvolles und kreatives gesehen. Faszinierende Kameraeinstellungen und Darsteller, die vor Lust und Laune ein regelrechtes Feuerwerk abbrennen. Danny Mulheron muss ein ausgesprochener Tarantino Fan sein, anders ist dieser fulminante Start nicht zu erklären. Leider bleibt dies nicht von langer Dauer.

Spätestens als die Gangster auf die Maori-Familie treffen, flacht der Film zusehends ab. Eigentlich unverständlich, da die Story jede Menge Spaß zu bieten hat. Die Mutter, eine Fernsehköchin, die es perfekt versteht menschliche Zutaten in ihren Menüs zu verarbeiten. Der Vater, Buchautor von mehreren „unveröffentlichten“ Werken und Hobbymetzger, der seine Mitmenschen im umgebauten Schlachtraum im Keller verhackstückt und ein Sohn, der irgendwie zu nichts zu gebrauchen ist. Alle drei sind irgendwann zu Kannibalen mutiert und als das brave Töchterchen eines Tages von der Uni nach Hause kommt und eine abgetrennte Hand in einer Auflaufform vorfindet, weiß auch sie, ab sofort ist Schluss mit lustig in dieser Familie.

Nur leider hat, wie bereits erwähnt, der Regisseur mit dem Wandel zu einem Home-Invasion Movie das Konzept verloren. Der Film hat plötzlich unnötige Längen, die Verbrecherbande stellt sich teilweise derart doof an, es war kaum noch zu ertragen. Die letzten rund 15 Minuten haben es dann aber wieder rausgerissen. Neben sehr feinen Handmade-Effekten gab es auch ein wenig CGI, welches dezent eingesetzt wurde und dem Film in seiner Gesamtheit half. Dazu furiose Actionsequenzen, die man sich gewünscht, aber nicht erwartet hatte.

Fazit: Wäre dieser langweilige, 60-minütige Mittelteil nicht gewesen, der Film hätte das Potenzial zu einer echten Splattergranate gehabt. So war dies nur eine mittelmäßige Horrorkomödie, an die man sich schon kurz nach ansehen nicht mehr erinnern wird bzw. möchte. Allen Steelbook-Fans sei zu guter Letzt die Limited Edition (Blu-Ray) aus dem Hause Capelight ans Herz gelegt.

Wertung: 5,5/10

von Bernd Lebe


			

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