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Review: FPS – FIRST PERSON SHOOTER

fps-plakat

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FPS (Deutschland 2014)

Regie: Andreas Tom

Mit: Sebastian Kettner, Atlanta Lützelschwab, Achim Lützelschwab, Sascha Strack

Freigabe: ungeprüft

Release: geplant

Story: Ein irrer Wissenschaftler hat deine schwangere Frau entführt und das mitten in der Zombie-Apocalypse. Was bleibt dir überig? Du schnappst deinen Kampfanzug und begibst dich zur Klinik, wo die wahnsinnigen Ergebnisse der grauenvollen Experimente des Wissenschaftlers nur darauf warten, dich in Stücke zu reissen. Es ist Zeit zu kämpfen.

Kritik: Von Anfang an ist FPS – First Person Shooter ein außergewöhnlicher Film. Das beginnt schon damit, dass gleich zu Beginn alte MS-DOS-Befehle eingeblendet werden die FPS „laden“. Etwas ältere Semester werden sich an diese Zeiten erinnern. Dann startet ein klassisches 8-Bit-Spielmenü und schon kann’s losgehen. Auch das Story-Intro ist zunächst im Retrostil komplett mit 8-Bit-Grafik umgesetzt. Tolle Idee.

Nach vier Minuten befinden wir uns dann in der Realoptik, die sich dadurch von allen (!!) Horrorfilmen abhebt, dass sie komplett aus First-Person-Sicht gezeigt wird. Das heisst 90% des Films sieht der Zuschauer nur die Hände des Hauptcharakters und was er selbst, durch seine Augen sieht. Kurze Zwischensequenzen lockern das Ganze immer mal wieder auf und bringen die Story weiter voran.

Nun stellt sich automatisch die Frage: Kann das 80 Minuten Spaß machen? Dazu gibt es eine klare Antwort: JA! Vom ersten Moment in der Horrorklinik an unterhält FPS ungemein. Das liegt eben zum einen an dem „Total neu, total anders“-Faktor und zum anderen an dem tollen Humor der Hauptperson. In bester Duke Nukem-Stimmlage kommentiert er immer wieder seine Aktionen und Kills.

Apropos Kills: Die Effekte sehen größtenteils gut aus und es geht auch ganz ordentlich zur Sache. Explodierende Köpfe nach dem Einsatz großkalibriger Waffen sind keine Seltenheit und gegen Ende wird sogar mal die Kettensäge angeworfen. Das Sound-Design ist absolut gelungen. Aus allen Ecken kommen Geräusche, quietschen Türen und kündigen sich die nächsten Gegner.

Einziges Manko ist vielleicht die etwas dünne Story, was aber hinsichtlich der Hommage an die Pioniere der Egoshooter einfach nur logisch ist und auch genauso gedacht ist. Von daher ist dieser eine Kritikpunkt eigentlich gar kein richtiger Kritikpunkt. Es wird spannend zu sehen, ob und wie sich dieses „neue“ Genre durchsetzten wird und wie es bei den Fans ankommt. Den Machern rund um Regisseur Andreas Tom kann man zu diesem Stück Horrorkino einfach nur gratulieren…mehr davon!

Fazit: Wer hätte es gedacht? Der innovativste Horrorfilm der letzten 15 Jahre kommt aus Deutschland. FPS – First Person Shooter ist ein filmgewordener 3D-Shooter aus den 1990ern, als Duke Nukem noch auf Schweine schoß und die Monster aus Doom und Quake durch die Jugendzimmer dieser Welt rannten. Dabei macht der Film einfach nur Spaß und ist absolut klasse inszeniert. Ganz nebenbei begründet FPS ein neues Genre des Horrorfilms den Egohorror oder auch First-Person-Horror. Keine Ahnung ob sich das durchsetzten wird, aber ich finde es auf jeden Fall großartig. FPS ist Horror einer neuen Generation.

Wertung: 8,5/10

von Jörg Großmüller

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