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Review: DADDY’S LITTLE GIRL

Daddy's little Girl

copyright Pierrot Le Fou

Daddy’s Little Girl (Australien, 2012)

Originaltitel: Daddy’s Little Girl

Regie: Chris Sun

Mit: Billi Baker, Michael Thomson, Allira Jaques

Freigabe: SPIO/JK  / ungekürzt

Release: 04. Juni 2014

Story: Derek’s kleine Tochter wird aus dem Hause, der von ihm getrennt lebenden Mutter, entführt und kurze Zeit später tot aufgefunden. Durch einen dummen Zufall findet er den Mörder und übt Vergeltung.

Kritik: Wer glaubt das Foltergenre habe sein Zenit längst erreicht, hat die Rechnung ohne einen kleinen, billigen Low-Budget Genrefilm aus Australien gemacht. Daddy’s Little Girl haut voll rein und langweilt keine einzige Minute.

Was als ein Familiendrama beginnt, entwickelt sich im Verlauf zu einem brutal, verstörenden Folterfilm. Was Regisseur Chris Sun, im Gegensatz zu seinen Genrevertretern, aber nicht vergisst ist dem Zuschauer eine plausible Geschichte zu erzählen. Die Herzzerreissende Geschichte um eine völlig zerrüttete Familie, deren allerwichtigster Teil plötzlich entrissen wird, wurde dramatisch aber auch vollkommen authentisch dargestellt. Die Schauspieler, welche alle nahezu unbekannt sind, gingen in ihren Rollen voll auf und haben alle eine überzeugende Leistung hinterlassen. Story, Soundtrack und Kamera harmonieren bis ins letzte Detail.

Nach der Hälfte wandelt sich der Film plötzlich überraschend zu einem Rachestreifen, ohne die dabei gezeigte Gewalt zum Selbstzweck zu missbrauchen. Die Story wird klar fortgeführt und das Ende keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Die hier gezeigten Gewaltdarstellungen haben es allerdings mächtig in sich und auch abgebrühteste Torture-Fans werden sich sicherlich an der einen oder anderen Szene mal die Augen ein wenig zukneifen. Die Special Make-up Effects wurden realistisch umgesetzt und brauchen sich vor großen Hollywood Produktionen nicht verstecken.

Nach Raze ist Daddy’s Little Girl der zweite Streich des neuen Labels Pierrot Le Fou und dieser hat mit der Veröffentlichung alles richtig gemacht. Die Blu-Ray ist Uncut, präsentiert ein gestochen scharfes Bild und einen satten Sound in DTS 5.1. Wenn ich an etwas herummeckern kann, dann an der etwas schwachen deutschen Synchro. Zum Glück gibt es den Originalton. Die FSK hat dem Streifen für die ungeschnittene Fassung keinen Segen erteilt, daher ging der Publisher zur Juristenkommision und holte sich eine SPIO Freigabe.

Fazit: Für mich die Überraschung diesen Jahres und einer der besten Folterfilme seit langer Zeit. Ich war zu jeder Sekunde auf der Seite von Derek und konnte sein Leid, aber auch seine Rache intensiv mitfühlen. Klare Kaufempfehlung!

Wertung: 7,9/10

von Bernd Lebe

 

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