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Review: RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE

Rigor_Mortis

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Rigor Mortis (Hongkong 2013)

Originaltitel: Jiang Shi

Regie: Juno Mak

Mit: Kara Hui, Chin Siu-Ho, Pau Hei-Ching, Anthony Chan-Yau

Freigabe: ab 18 / ungekürzt

Release: 15. April 2014

Story: Die Vampire sind verschwunden, zusammen mit den Vampirjägern. Der alte Yau muss es wissen, denn er ist der letzte seiner Zunft. Die Werkzeuge des Jägers hat er schon lange abgelegt, das wilde Treiben der Geister in dem alten Wohnblock interessiert ihn wenig. Da stirbt Onkel Tung und seine trauernde Frau versucht, ihn mit schwarzer Magie von den Toten zurück zu holen. Mit Erfolg, aber um welchen Preis! Tung steht als Vampir wieder auf, blutgierig und gefräßig. Und die Geister werden durch die Präsenz der finsteren Kreatur zu besonderer Angriffslust angestachelt. Das Haus versinkt in Blut und Chaos. Yau muss handeln. Gemeinsam mit seinem todessehnsüchtigen Nachbarn Siu-ho greift der letzte Jäger noch einmal zu den Waffen…

Kritik: Geübten Filmfreunden ist klar: Asiatische Filme sind oft anders, als es die westlichen Sehgewohnheiten erwarten und manchmal sind sie so anders, dass es einem schwer fällt das Gesehene richtig einzuordnen. Ein solcher Fall ist Rigor Mortis, der nichts mit dem gleichnamigen Amateurhorror-Werk von Timo Rose zu tun hat. Aber eines ist Rigor Mortis auf jeden Fall: beeindruckend.

Von der ersten Minute an entfaltet Rigor Mortis einen düsteren, morbiden Charme mit seinen dunklen, fast farblosen Bildern. Alles wirkt auf eine nihilistische Art und Weise völlig trostlos und erzeugt somit eine sehr dichte Atmosphäre. Allerdings wird der Zuschauer auch mit einer recht konfusen Geschichte konfrontiert, die sich eigentlich nie so ganz erschließen will.

Immer wieder zeigt Rigor Mortis albtraumhafte Sequenzen, die optisch brillant in Szene gesetzt wurden, wenn gleich das ein oder andere Mal vielleicht etwas zu viel CGI zum Einsatz kommt. Dafür gibt es eine handgemacht Genickbruch-Szene nach einem Sturz, die einem den Magen mächtig auf halb acht dreht.

So schreitet die Laufzeit voran und als Zuschauer schwankt man zwischen dem typischen „Was soll das alles?“-Gefühl und einem echten Staunen, was die optische Inszenierung an geht. Damit erzeugt der Film zwar wenig Spannung aber eben umso mehr Faszination. Die dichte Atmosphäre wird eigentlich nur durch ein paar, wenige, typisch-asiatisch, überzogene Kung Fu-Einlagen durchbrochen, die auf das westliche Auge eher komisch wirken.

Fazit: Vegleichen lässt sich Rigor Mortis – Leichenstarre eigentlich gar nicht und das macht die Bewertung auch so unfassbar schwierig. Ein Vampirfilm ist Rigor Mortis nur am Rande und mit dem Vampir den wir in Europa als Dracula und co kennen, hat das hier auch nichts zu tun. Der Rest ist ein optischer Bilderrausch der albtraumhafte Szenen auf den Zuschauer abfeuert. Wer in den bekannten J-Horrorfilmen, wie Ringu und The Grudge schon Probleme mit der „asiatischen Art“ hat, der muss hier einen Bogen machen. Wer aber mal etwas völlig anderes sehen will, dass vor allem visuell beeindruckt, der darf hier zugreifen. Für Fans des asiatischen Kinos ist Rigor Mortis auf jeden Fall Pflichtprogramm.

Wertung: 6,6/10

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