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Review: WIR SIND WAS WIR SIND

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Wir sind was wir sind (Mexico 2010)

Originaltitel: Somos lo que hay  / We Are What We Are

Regie: Jorge Michel Grau

Mit: Daniel Giménez Cacho, Jorge Zarate, Paulina Gaitan

Freigabe: ab 18 / ungekürzt

Release: 05. Oktober 2011

Story: Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen sich die Mutter und ihre drei Teenager-Kinder um den Familienunterhalt kümmern. Dass sie Kannibalen sind und ohne menschliches Fleisch nicht leben können, macht die Sache nicht gerade einfacher. Keiner fühlt sich bereit, den Platz des Vaters einzunehmen. Doch einer muss die Verantwortung tragen und das Los fällt auf den ältesten Bruder. Er muss sich um den Nahrungsnachschub kümmern. Bei den Außenseitern der Gesellschaft probiert er sein Glück: Straßenkinder, Prostituierte, Homosexuelle. Doch er hat keinen Erfolg und als die Lage immer prekärer wird droht der Familie der sichere Hungertod.

Kritik: Nach Come Out And Play ist Somos lo que hay oder Wir sind was wir sind, wie der Film im Deutschen betitelt ist, bereits der zweite Horrorfilm aus Mexico, den wir uns hier genauer anschauen. Mittlerweile ist mit We are what we are auch das US-Remake zu diesem Film erschienen, welches wir uns demnächst ebenfalls vornehmen werden. Doch nun zuerst zum Original aus Mexico.

Der Film beginnt mit einer recht eindringlichen Sterbeszene, die aufzeigt, welche Grundstimmung die kommenen 90 Minuten vorherrschen wird. Wir sind was wir sind ist ein grimmiger Film, der das Zeug zu einem echten Knaller gehabt hätte. Das liegt vor allem an den großartigen Darstellern, die das Geschehen fast schon beängstigend real wirken lassen.

Leider hat das Drehbuch aber teilweise massive Probleme mit der Logik. Insbesondere die Frage nach dem „Warum“ wird im Film nur mit „dem Ritual“ erklärt, von dem selbst aber nichts weiter zu erfahren ist. So findet die Polizei im Bauch des Vaters einen menschlichen Finger, wundert sich darüber aber kaum. Scheinbar ist Kannibalismus in Mexico an der Tagesordnung. Davon ab: Wer schluckt denn einen ganzen Finger?

Derweil kommt es immer wieder zu plötzlichen Gewaltausbrüchen, wenn beispielsweise die Mutter ausrastet, weil der Sohn als Abendessen eine Nutte anschleift. Da wird dann schon mal ordentlich mit dem Knüppel auf den Schädel gezimmert. Dabei findet die eigentliche Gewalt aber so gut wie immer abseits der Kamera statt, so dass, trotz Freigabe ab 18 Jahren, keine gröberen Gewaltszenen zu sehen sind. Dennoch hat Wir sind was wir sind seine Momente und lebt von seiner dreckig-düsteren Atmosphäre.

Fazit: Nihilistisch, trostlos und verzweifelt. Das sind die Stimmungen, die in Wir sind was wir sind dominieren. Die Grundidee des Films ist wirklich toll und die Darsteller machen ihre Sache großartig. Leider verpufft die Wirkung der drückenden Atmosphäre, angesichts der zahlreichen Logikfehler zum größten Teil. Am Ende ist Wir sind was wir sind ein brauchbarer Film, der mal etwas Neues erzählt und allein dadurch sehenswert ist, wenngleich hier einfach deutlich mehr drin gewesen wäre.

Wertung: 6,2/10

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