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Review: MANIAC (2012)

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Maniac (USA 2012)

Regie: Franck Khalfoun

Mit: Elijah Wood, Nora Arnezeder, America Olivio, Liane Balaban

Freigabe: ab 18 – ca. 2Min gekürzt

Freigabe-Details: Grusel(ja); Gewalt (ja); Sex(ja); Schimpfwörter(ja); Drogen(ja)

Kinostart: 27. Dezember 2012

Release: 29. April 2013 (Verleih)

Story: Frank irrt mit seinem Auto durch die Straßen von Los Angeles. Seine kranke Psyche hält Ausschau nach Frauen, die er besitzen will. Mit deren Hilfe gibt Frank seinen Schaufensterpuppen den letzten, „echten“ Schliff. Mit jedem Mord rutsch Frank tiefer in den Wahnsinn. Doch bei Fotografin Anna ist alles anders….kann sie ihn aus dem Schlund des Wahnsinns befreien, bevor es zu spät ist?

Kritik: Die Zeiten haben sich geändert: Während ehemalige Splatterregisseure vorwiegend Filme über Hobbits drehen, spielen die ehemaligen Hobbits nun die kranken Killer in Horrorfilmen. Nicht jeder war von der Meldung begeistert, dass Elijah Wood die Hauptrolle im Remake zu Maniac übernehmen wird. Zu groß schienen doch die Fußstapfen eines Joe Spinell, er im Original von 1980 als Frank die Leistung seiner Karriere hinlegte. Allen, die bis jetzt noch an der Besetzung zweifeln, sei gesagt: Mr. Wood macht seine Aufgabe sehr gut und kann absolut überzeugen.

Recht schnell zu Anfang wird klar, wohin die Reise in Maniac gehen wird. Kennern des Originals wird schnell auffallen, dass auch im Remake diese dreckige, unterkühlte Atmosphäre vorherrscht. Mit dem ersten Mord nach wenigen Minuten, ist auch klar: Hier gibt es harte, handgemachte Effekte zu sehen, die den Mainstream-Zuschauer erschaudern und das Herz des Gorehounds scheller schlagen lassen.

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Nach den ersten Opfern und der ersten halben Stunde, werden dann aber auch die ersten Schwächen sichtbar, denn was Maniac nicht vorweisen kann, ist Spannung. Dafür ist die Inszenierung viel zu träge geraten. Schockmomente gibt es quasi keine und zu jeder Zeit ist klar, die Frau, die hier halbherzig versucht zu entkommen, hat keine Chance. Dabei verlässt sich Regiesseur Franck Khalfoun voll und ganz auf die Idee der Ego-Perspektive, aus der der Film zu 90% gedreht ist. Diese kommt auch durchaus passend rüber, kann eine gewisse Grundspannung aber nicht ersetzen. Optisch ist Maniac damit absolut interessant und beeindruckend.

In den letzten 20 Minuten dreht der Film dann nochmal richtig auf. Leider gibt es keine größeren Abwandlungen für Kenner des Originals, so dass das Ende hinreichend bekannt sein dürfte. Dabei sei aber erwähnt, dass das große Finale sehr gut und hart inszeniert wurde, woran ja so mancher Fan im Vorfeld zweifelte.

Fazit: Mit Remakes ist es oft so eine Sache. Zu häufig entstehen uninspirierte Hochglanz-Filme, denen jede Seele fehlt. Das ist bei Maniac absolut nicht der Fall. Dreckig und überaus brutal, fällt Frank über seine Opfer her und Elijah Wood kann tatsächlich mit Spinell’s Performance konkurrieren. Die teils sehr harten Gewaltspitzen wissen zu unterhalten und der Soundtrack klingt schön nach Oldschool-C-Movie. Ein Manko hat Maniac aber doch: die Spannung. Erst gegen Ende blitzt diese auf, erzeugt durch ein etwas höheres Tempo. In den ersten 70 Minuten werden wir Zeuge eines filmischen Psychogramms eines Killers, sehenswert aber auch etwas zäh. Freunde des Originals werden auch das Remake schätzen, wer jedoch das Original nicht kennt und einen klassischen Horrorthriller erwartet, den könnte die etwas kontroverse Erzählstruktur eher stören.

Wertung 7,6/10

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