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Review: [REC]3: GENESIS

[REC] 3: Genesis (Spanien 2012)

Regie: Paco Plaza

Mit: Leticia Dolera, Javier Botet, Carlo Nieto, Mireia Ros

Freigabe: ab 18 / ungekürzt

Release: 12. Oktober 2012

Story: Clara und Koldo feiern den schönsten Tag ihres Lebens: ihre Hochzeit! Die ausgelassene Stimmung kippt aber schnell, als einer der Gäste Zeichen einer seltsamen Krankheit aufweist und beginnt Blut zu spucken. Nachdem sich andere Besucher rasend schnell anstecken und auf die anderen losgehen bricht die Hölle aus: Die gemütliche Festivität wird zum hysterisches Schlachtfest, in der sich die Hochzeitsgesellschaft in einem Kampf um Leben und Tod wiederfindet. Clara und Koldo müssen so schnell wie möglich entkommen – und wie lässt sich das Killer-Virus stoppen?

Review: Mit [REC] 3: Genesis geht das Zombie-Wackelkamera-Franchise aus Spanien mittlerweile in die dritte Runde. Dabei streift man im neusten Ableger einige elementare Gesetze des Franchises ab und verleiht damit ganz neue Impulse.

Die offenbarte Geschichte ist schnell erzählt, wird aber in ihrer Dramaturgie niemals langweilig. Dazu ist der Film mit einer Laufzeit unter 80 Minuten auch schlicht zu kurz. Die Einleitung ist vielleicht etwas lang geraten, danach geht es aber zügig und ohne Umschweife ordentlich zur Sache.

Gleich vorweg, [REC] 3 ist ganz anders als seine Vorgänger. Das fällt zunächst nicht auf, beginnt doch alles schön als amateurhaftes Hochzeitsvideo. Doch nach rund 20 Minuten wirft Regisseur Paco Plaza mit der Wackelkamera schon das erste grundlegende Element der Reihe über Board. Ab dann wird fast ausschließlich mit „normalen Kinoperspektiven“ gearbeitet und es wackelt nichts mehr.

Zugleich tauchen erste Szenen auf, bei denen man sich fragt, ob der Film unfreiwillig komisch wird oder ob diverse Gags gewollt sind. Schon sehr bald wird klar, dass Letzteres der Fall ist und [REC] 3 einige Elemente einer Horrorkomödie in sich trägt. Das artet dann spätestens mit erscheinen der Kettensäge schon in Richtung Fun-Splatter aus. Wichtig zu erwähnen, dass dieses Konzept durchaus funktioniert und die vorhandenen Gags auch allesamt zünden.

Dabei verliert [REC] 3 seinen ernsten Unterton nicht komplett, besonders am Ende wird dann nochmal klar, dass es sich mitnichten um eine reine Splatterkomödie handelt. [REC] 3 bietet einige Gewaltexzesse und wurde wohl nur von der FSK durch gewunken, weil eben viele Szenen einfach einen Slapstick-Einschlag haben.

Fazit: [REC] 3 wird die Gemüter mit Sicherheit spalten, denn er wagt es dem Franchise neue Impulse zu geben. Teil 3 ist kein todernster Schocker, sondern viel mehr Horrorkomödie mit Fun-Splatter-Einschlag. Die Wackelkamera verzieht sich nach der Einleitung ebenfalls. Also schon mal zwei Kernelemente der Reihe, die über Board gehen. Das wirft sicher die Frage auf, ob man hieraus nicht besser ein eigenes Franchise entworfen hätte, um Fans der ersten beiden Teile nicht zu enttäuschen. Wer sich aber offen auf den dritten Teil einlässt, der wird knappe 80 Minuten wirklich blendend unterhalten  und erlebt einen Zombiesplatter par exellence. Frische Ideen für ein Franchise sind heute nicht selbstverständlich und daher umso lobenswerter. Ob „echter“ [REC] oder nicht, [REC] 3: Genesis macht vor allem eins: irrsinnig Spaß und zeigt uns die schönste Liebesgeschichte im Zombiefilm seit Braindead!

Wertung: 8,0/10

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